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23.11.2005 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Politik auf unserer Haut

In seinem neuen Roman »Kriegspack« nähert sich Ha Jin dem amerikanischen Leser durch die Hintertür und beschert uns einen authentischen Einblick in die Abgründe des Koreakrieges

Sören Urbansky

Glaubt man Ha Jins Sprache, so ist sein dritter, mit dem PEN/Faulkner-Award ausgezeichneterRoman nur eine Station auf der Reise von China nach Amerika. Obwohl Ha Jin, 1956 in Nordchina geboren, bereits seit 1985 in seiner Wahlheimat Amerika lebt und ebendort die Professur für Englische Literatur an der Boston University innehat, bewegt sich der Erfolgsautor noch vorsichtig, muß seine Sprache wie einst Vladimir Nabokov oder Philip Roth erst den neuen Umständen anpassen. »Kriegspack« ist ein Testfeld auf seiner Reise von China nach Amerika, aber vor allem: ein großartiger Roman.

Ha Jin widmet das Buch seinem Vater, einem Veteranen des Korea-Krieges. In der Figur des unglücklichen Yu Yuan verdichtet sich der ganze Unsinn der Ideologien und der so erstaunlich fern zurückliegenden Epoche des Weltbürgerkriegs. An seinem Lebensabend beschließt der Protagonist, das Tattoo von seinem Bauch unterhalb des Nabels entfernen zu lassen. Es wird ihn nur e...

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