Gegründet 1947 Dienstag, 18. Juni 2019, Nr. 138
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23.11.2005 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Demokratische Versuche

Operation erfolgreich – Patient tot: Eine Aufsatzsammlung geht der Frage nach, ob die Krise der Weimarer Republik tatsächlich unweigerlich im Nazi-Regime enden mußte

Hermann Ploppa

Der Verlauf der kollektiven Erinnerung an die Weimarer Republik gleicht einer Berg- und Talfahrt. Bis in fünfziger Jahre hinein galt die Weimarer Republik als Inbegriff des Chaos: Schicksalsprüfungen und Verunsicherungen durch Inflation, Straßenschlachten und Regierungswechsel im Neunmonate-Takt. Mutter Kempowski in »Tadellöser & Wolf« vermerkt, daß es unter Adolf keine Saalschlachten zwischen politischen Feinden mehr gibt, anders als in der »Systemzeit«. Die Republik von Weimar mußte doch zwangsläufig in die autoritäre Erlösung durch einen starken Mann münden, oder?

In den sechziger Jahren empfand man dagegen eine Affinität zu den modernistisch-aufklärerischen zwanziger Jahren. Die Popularkultur der Zwanziger wurde geradezu inflationär über die Medien ins Volk gestreut. In den nachfolgenden Jahrzehnten stuften Historiker die Republik von Weimar dann wieder herab zum Vorspiel der sich notwendig abspulenden Großkatastrophe.

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