Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Dienstag, 20. August 2019, Nr. 192
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12.10.2005 / 0 / Seite 9 (Beilage)

Marktfundamentalismus

So wie Unternehmen Würstchen, Windeln oder Waschmittel herstellen, degenerieren Hochschulen zusehends zu Bildungsdienstleistern. Können sich Unis repolitisieren?

Christoph Butterwegge

Die (west)deutschen Hochschulen befinden sich im wohl umfassendsten Veränderungsprozeß seit Gründung der Bundesrepublik. Sie gehören nach dem Arbeitsmarkt, den sozialen Sicherungssystemen, der freien Wohlfahrtspflege und dem Weiterbildungsbereich heute zu den Hauptexperimentierfeldern neoliberaler Reformpolitik. Wenn die Gesellschaft nach dem Vorbild des Marktes umstrukturiert wird, degeneriert die Universität – organisationssoziologisch betrachtet – zu einem Unternehmen wie jedes andere, sei es, daß dieses Würstchen, Waschmittel oder Windeln herstellt, und inhaltlich betrachtet zu einer akademischen Berufsschule, die entsprechende Qualifikationen vermittelt, aber kein Forum der kritischen Diskussionen mehr ist.

Neoliberale und Lobbyisten reduzieren die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft auf eine möglichst große Wirtschaftsnähe. Die nach US-amerikanischem Muster »reformierte«, in erster Linie am Markt orientierte und nur noch ...

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