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12.10.2005 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Ökonomie statt Demokratie

»Hochschulautonomie« klingt toll, meint aber in Wahrheit Hierarchieaufbau, Studiengebühren und Wissenschaft nach Verwertbarkeit. Bayerns Regierung tritt den Beweis an

Michael Mende

Seit einigen Jahren tut sich der Freistaat Bayern als neoliberaler Streber im konstruierten Länderwettbewerb hervor. Diese generelle Ausrichtung der Politik findet auch im Entwurf für das neue Bayerische Hochschulgesetz ihren Niederschlag, das zum 1. April 2006 in Kraft treten soll. Wie soll also das Musterexemplar einer »international wettbewerbsfähigen«, modernen Hochschule aussehen? Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) gibt eine klare Parole aus: »Eine demokratische Hochschule wird es mit mir nicht geben«, so Goppel, der stolz ist, der letzte AStA-Vorsitzende seiner Universität gewesen zu sein, bevor den organisierten Studierendenvertretungen (Verfaßte Studierendenschaft) in Bayern vor über drei Jahrzehnten der Garaus gemacht wurde. Die Forderung nach Hochschulautonomie hat Goppel wohl mit Leitungsautonomie verwechselt. So werden Hierarchien strikt ausgebaut, und viele Neuerungen erinnern mehr an eine Unternehmens- denn an ...

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