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21.09.2005 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Warteschleife statt Beruf

Immer mehr Jugendliche werden in perspektivlosen Maßnahmen geparkt, weil Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt nicht in Übereinstimmung zu bringen sind

Sebastian Gerhardt

Die Erfindung des Berufes ist eine moderne Sache. Denn erst in einer Gesellschaft, die ihre Reproduktion über den Markt vermittelt, kann sich eine systematische Kopplung zwischen einigen bestimmten Arbeitstätigkeiten einerseits und einem – mehr oder weniger – regelmäßigen Einkommen andererseits herausbilden. In einer solchen Gesellschaft braucht es dann aber auch eine gewisse Normierung, damit auf dem Markt, wo nicht mehr jeder jeden kennt, auch das Richtige angeboten und nachgefragt wird. Der Beruf ist eine solche Norm für die Ware Arbeitskraft, und wie gut der einzelne die Norm erfüllt, das zeigen die Prüfberichte: Zeugnisse aller Art.

Allerdings ist die Normierung der Ware Arbeitskraft eine komplizierte Sache. Jenseits der gern benutzten Allerwelts- oder Sekundärtugenden – wie Ordnung und Kreativität, Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft oder Aufmerksamkeit und Disziplin – liegt die Vielzahl der täglich notwendigen Tätigkeiten, die jede ihre eigene ...

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