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21.09.2005 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Wer zahlt für Ausbildung?

Das Gejammere der Unternehmer über zu teure Lehrstellen und zu hohe Vergütungen hat keine reale Grundlage. Finanzierung wird der öffentlichen Hand aufgebürdet

Alexander Fischer

Im September 2005 ist die Lage am Ausbildungsmarkt dramatisch. Hunderttausende Jugendliche suchen noch eine Stelle. Die IG Metall rechnet damit, daß zum Jahresende 100 000 Jugendliche ganz leer ausgehen werden. Etwa so viele Einwohner hat die Lausitzmetropole Cottbus. Der Chef der Cottbuser Industrie- und Handelskammer (IHK), Ulrich Frey, hat auch schon einen Vorschlag parat, wie das Problem zu lösen sei: Die Ausbildungsvergütungen seien zu hoch, erklärte er auf einem Jahresempfang. In Zukunft müßten diese von zwei Azubis auf drei Köpfe verteilt werden. Dies schaffe Ausbildungsplätze, behauptete er. Wenn Unternehmer finden, daß Beschäftigte zuviel verdienen, wundert das niemanden. Aber wenn irgendein IHK-Präsident es mit so einer, offensichtlich interessengeleiteten, »Lösung« ohne Umstände auf die Titelseiten und ins Fernsehen schafft, dann stoßen wir auf ein Problem. Frey und andere transportieren eine Botschaft, die immer weniger hinterfragt...

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