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07.09.2005 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Kein »ungehemmter Pazifismus«

In der Bundesrepublik galt der Protest gegen das Militär jahrzehntelang als fremdgesteuert. Der Widerstand dagegen als »kommunistisch unterwandert« und damit verfassungsfeindlich

Frank Brendle

Wer in Kriegszeiten für Frieden eintritt, macht sich zum Staatsfeind. Das Prinzip ist seit Jahrhunderten gleich, das Maß an Repression variiert. Soldaten, die im Ersten Weltkrieg nicht mehr parieren wollten, wurden kurzerhand in die Militärpsychiatrie gesteckt, radikale Sozialisten wie Rosa Luxemburg oder Karl Liebknecht ins Gefängnis. In der Weimarer Republik wurden Pazifisten und Antimilitaristen abgeurteilt, wenn sie die Umtriebe der »Schwarzen Reichswehr« aufdeckten oder sich sonstwie der »ungehemmten Verfechtung einer ausgeprägten pazifistischen Tendenz« schuldig machten. Diese führe nämlich zu einer »Gefährdung des deutschen Ansehens und der öffentlichen Ordnung«, hieß es, als 1930 der Film »Im Westen nichts Neues« verboten wurde. Im Nazifaschismus wurden Kriegsgegner zu Agenten feindlicher Mächte erklärt, 30000 Deserteure und unzählige Zivilisten wegen »Wehrkraftzersetzung« und ähnlicher V...

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