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20.04.2005 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Studenten allein zu Haus?

In der Gebührendebatte geht es nicht nur um Bildungspolitik, sondern um die Durchsetzung eines neuen Arbeitsmarkt- und Sozialregimes

Torsten Bultmann

Nachdem Ende 1982 der SPD-Kanzler Helmut Schmidt durch ein Mißtrauensvotum gestürzt worden war und Helmut Kohl an die Regierungsmacht kam, verbreitete sich sehr bald das Gerücht, das neue Kabinett würde die Einführung von Studiengebühren erwägen. Nach einiger Zeit stellte die neue, vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) übernommene Bildungsministerin Dorothee Willms jedoch gegenüber der Presse fest, daß diese Absicht »aktuell politisch nicht durchsetzbar« sei. Was unterscheidet die damalige Situation von unserer Gegenwart, wo offenbar das Gegenteil der Fall ist?

Der Wahrnehmung der damaligen politischen Kräfteverhältnisse lag vermutlich der Sachverhalt zugrunde, daß Bildungspolitik in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit einen wesentlich größeren Stellenwert hatte als heute. Die politische Agenda der Bildungsreform – »Bildung für alle!«, »Chancengleichheit«, »soziale Öffnung« – stieß auf breite ...

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