Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 17. / 18. August 2019, Nr. 190
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04.08.2004 / 0 / Seite 2 (Beilage)

Abschottung gen Osten

Während Kapital und Waren innerhalb der EU unbehindert agieren, führt die Quotierung der Migration zum Billiglohn und zur Illegalisierung

Hannes Hofbauer

Am Canal de Charleroi, keine zehn Gehminuten von den Glaspalästen der Brüsseler EU-Administration entfernt, findet jeden Morgen ein ganz besonderer Markt statt. Hier im Herzen der europäischen Hauptstadt bieten sich – fein getrennt nach Herkunft und Ethnien – Männer auf dem Arbeitsstrich an. Für etwa drei Euro die Stunde werken sie für private Haushalte oder lokale Bauunternehmer. Geduldig warten sie oft den ganzen Vormittag, ob irgend jemand ihre Arbeitskraft gebrauchen kann, ständig mit den Augen das Terrain nach Polizisten absuchend, deren unregelmäßige Streifen die ganze Szenerie zerstreuen.

Igor ist knapp 50 Jahre alt. Er stammt aus Moldawien. Den Arbeitsstrich begreift er als demütigend. Doch in seiner Heimat kann er nicht mehr überleben, für ein paar Monate hat er sich deshalb entschlossen, sein Glück in »Europa« zu suchen. Nach Brüssel ist er rein zufällig gekommen, genauso gut hätte es Igor nach Spanien auf die Gemüseplantagen, in ...

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