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29.10.2003 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Imperiale Überspannung

Die eigene Vermessenheit des American Empire führt es an seine Grenzen

Oliver Nachtwey

Der wesentliche Inhalt der vor einem Jahr veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika (NSS) – auch Bush-Doktrin genannt – läßt sich mit wenigen Worten zusammenfassen: Die USA nehmen sich das Recht, jedes Land auf der Welt anzugreifen, das sie als Bedrohung ansehen. Der universalistische Ansatz dieser Doktrin setzt das Völkerrecht außer Kraft, indem die Vereinigten Staaten globale Souveränität beanspruchen und die nationale Souveränität anderer Staaten nicht länger anerkennen. Der Irak-Krieg war der erste »präventive Vergeltungsschlag« – ein Angriff auf einen Staat, der unmittelbar keine Aggression plant.

Die Bush-Doktrin ist keine fundamentale Reaktion auf den 11.September, sondern dieser war für Washington die historische Gelegenheit, die seit dem Ende des Kalten Krieges neu entwickelte Strategie der USA als Hegemon im internationalen System umzusetzen.

Das ideologische Rückgrat zur NSS liefern e...



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