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24.09.2003 / 0 / Seite 3 (Beilage)

»Kuba ist nicht Irak«

Der Historiker und Buchautor Michael Zeuske über politische Hysterie und die Fähigkeit, die Interessen des anderen zu beachten

Interview: Harald Neuber

F: Wie kaum ein anderer Bereich im wissenschaftlichen Umgang mit Lateinamerika wird die Kuba-Forschung von der politischen Debatte beeinflußt. Wie macht sich das bemerkbar?

Was die historische Forschung betrifft, die eher die »langen Linien« betont, macht sich das nicht, oder vielleicht auch noch nicht bemerkbar. Ich denke trotzdem, daß Vorsicht vor Hysterie geboten ist. Vieles ist wirklich ein Problem der Wahrnehmung: Nicht wenige Teilnehmer der jetzigen »Kuba-Debatte« haben ihre Sozialisierung mit der Insel nach 1990 oder gar erst nach 1998 erlebt, als die alten Männer und Frauen vom »Buena Vista Social Club« von Ry Cooder plötzlich einem Massenpublikum vorgestellt wurden. Damals gab es so etwas wie eine »Kubanitis«. Es ist gut, daß diese »positive Hysterie« vorbei ist. Im Bereich meiner Expertise als Historiker spielen diese Entwicklungen zum Glück weniger eine Rolle, hier gibt es eine ganz...

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