Gegründet 1947 Donnerstag, 18. April 2019, Nr. 92
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13.08.2003 / 0 / Seite 16 (Beilage)

Ab auf die Couch

Aus ver.di müßte man eigentlich sofort austreten. Aber irgendwie klappt das nie

Heiko Lindmüller

Beim Wühlen in der großen Zedernholzkiste – ein Ritual, daß jedes Jahr im Mai die Vorbereitungen auf die Steuererklärung einläutet – fällt mir stets auch eine in häßlichem Violett gehaltene Quittung in die Hände. Auf ihr bestätigt mir die Gewerkschaft ver.di den Erhalt meines Mitgliedsbeitrages für das vergangene Jahr. Zwar fällt die Summe angesichts der vielen mehr oder weniger sinnlosen Ausgaben, die man im Verlauf eines Jahres so getätigt hat, nicht sonderlich ins Gewicht. Doch obwohl ich weder blutsrechtlich noch mental ein Schwabe bin, läßt sich ein kleiner, aber doch wahrnehmbarer Schmerz über den Verlust der Scheinchen nicht ganz unterdrücken. Ein paar Kisten Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese trocken vom Weingut Karp-Schreiber wären ebenso locker drin gewesen wie das komplette geistliche Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach und diverse Besuche bei meinem Lieblings-Thailänder. Doch statt in edlen Riesling, barocke Hochkultur oder Tom Yam Gung...

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