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18.06.2003 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Kein Völkermord

Der bisherige Prozeßverlauf in Den Haag ist für die Anklage ein Fiasko

Matthias Gockel

Die erste Runde im Prozeß gegen Slobodan Milosevic hat bisher 16 Monate und über 200 Gerichtstage in Anspruch genommen – ein historischer Rekord. Dennoch sah die Anklage sich genötigt, eine Verlängerung bis Februar 2004 zu verlangen. Sie erhielt 100 zusätzliche Gerichtstage ab dem 16. Mai 2003.

Abseits der Stärken und Schwächen einzelner Belastungszeugen hat die Anklageschrift selbst einen gravierenden Konstruktionsfehler: Milosevic ist nämlich nicht wegen Völkermordes im Kosovo angeklagt, »obwohl das der wesentliche Grund für den NATO-Luftkrieg war« (Frankfurter Allgemeine). Als Chefanklägerin Carla del Ponte von »Le Monde« gefragt wurde, warum dieser Anklagepunkt fehle, mußte sie zugeben: »Weil es keine Beweise dafür gibt.« Ersatzweise wird Milosevic der Tod von »Hunderten kosovoalbanischer Zivilisten« vorgeworfen, die Anklage listet 577 namentlich auf, zumeist Männer im wehrfähigen Alter. Notabene: Vorher...

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