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11.06.2003 / 0 / Seite 14 (Beilage)

Verlierer und Gewinner

In Polen driften gebildete und schlecht qualifizierte Schichten auseinander

Leif Allendorf

Polen hat sich entschieden: Knapp 58 Prozent der Bürger gingen zur Abstimmung, und von ihnen sagten 77 Prozent ja zum Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union. Dies ist unter anderem das Ergebnis einer jahrelangen Kampagne, mit der die polnische Regierung um Zustimmung geworben hatte. Mit Müh und Not konnte Premier Leszek Miller vom Bündnis der Demokratischen Linken (SLD) verhindern, daß das Referendum zu einer Abstimmung über seine Amtsführung wurde – die hätte er nämlich garantiert verloren, denn die Tage der Regierung sind gezählt.

Die Öffnung nach Westen bringe Abtreibung und Pornographie ins Land, hatten Frömmler und Nationalisten zuvor gewettert. Da aber lose Sitten und freizügige Werbeplakate auch ohne EU-Beitritt längst Einzug in Warschau gehalten haben, mußten Erzkatholiken noch einen drauflegen: Die EU-Mitgliedschaft werde den Atheismus wieder ins Land holen, ein guter Christ müsse sich zwischen Glauben und Europäischer Union entscheiden, hie...

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