20.10.1997 / Inland

Just-in-time-Kündigung für Betriebsrat

Bochumer Unternehmen will aktiven Gewerkschafter loswerden

Tilo Gräser

Ein Beispiel dafür, wie Unternehmensleitungen immer wieder versuchen, entgegen aller Mitbestimmungsregelungen aktive Gewerkschafter zu maßregeln, lieferte unlängst die Automobilzuliefer-Firma Naue-JCA in Bochum. Das Tochter-Unternehmen des US- amerikanischen Mischkonzerns Johnson Controls kündigte am 18. September fristlos den Betriebsrat Dietmar Kupfer und verband das mit einem Hausverbot. Kupfer wurde vorgeworfen, einen Autositz falsch montiert und dadurch beschädigt zu haben. Die angebliche Sabotage dürfte aber nur Vorwand sein. Seine aktive gewerkschaftliche Arbeit vermutet Kupfer als »wahren Hintergrund«, wie er gegenüber junge Welt erklärte.

Das Unternehmen produziert mit seinen etwa 400 Beschäftigten für Ford und Opel Autositze. Die Autokonzerne hatten ihre entsprechenden eigenen Produktionen abgebaut. Die Unternehmensführung ist stolz auf kurze Fertigungszeiten nach dem Just-in-time-Prinzip, hohe Pro-Kopf-Produktivität sowie schnell...

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