01.10.1997 / Inland / Seite 0

Wehrmachtsverbrechen am Pranger

Ausstellung des Kragujevac-Gedenkmuseums in Berlin

Rüdiger Göbel

»Vater, ich und Misa sind in den Artillerie-Baracken. Bring uns das Mittagessen, mir den Pullover und irgendeine Unterlage zum Liegen. Bring uns ein Glas Konfitüre. Vater, gehe zum Schuldirektor, wenn das etwas nutzt.« Es war der letzte Brief, den der 20jährige Gymnasiast Pavel Ivanovic an seine Familie schreiben konnte. Er war unter den 2 323 Erschießungsopfern, die sich die deutsche Wehrmacht aus der Zivilbevölkerung der mittelserbischen Industriestadt Kragujevac zusammengeholt hatte, um sich für eigene Verluste zu rächen.

Kragujevac im Oktober 1941 steht für eines der größten Verbrechen der Wehrmacht. Entsprechend den Bestimmungen von General Böhme sollten am 20. und 21. Oktober für zehn getötete und 26 verwundete deutsche Soldaten 2 300 Menschen erschossen werden. Anlaß für die Erschießungen in Kragujevac waren die deutschen Verluste an der Straße Kragujevac-Gornji Milanovac am 16. Oktober. Am 20. Oktober begannen die Verhaftungen der Bürger v...

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