28.07.1997 / Ansichten

Abriß mit Knall-Effekt

Sechs Tote bei Wohnhaus-Explosion in Düsseldorf. Kommentar

Uwe Soukup

Im Westberlin der achtziger Jahre kam es hin und wieder vor, daß ein leerstehendes Haus eines schönen Tages in hellen Flammen stand. Nur allzu oft stellte sich hinterher heraus, daß dem Eigner der Immobilie zu seinem monetären Glück einzig ein kleines Stück Papier fehlte: die Abrißerlaubnis. Nur, wenn er diese in Händen hielt, begann sich das Karussell der wundersamen Geldvermehrung zu drehen: Einlagen der Kommanditisten, Fördergelder, Steuerabschreibung und, als Sahnehäubchen obenauf, spätere Mieteinnahmen.

War aber Hütte oder Palast erst einmal eingeäschert, rückten die Bagger an und besorgten den Rest. Die begehrte Genehmigung war jetzt nur noch eine Formsache. Für diesen Vorgang, selten beweisbar, gab es bald einen feststehenden Begriff - »warmer Abriß« - der ausdrücken sollte, daß das Feuer vielleicht d...

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