75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Sa. / So., 13. / 14. Juli 2024, Nr. 161
Die junge Welt wird von 2849 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €

Leserbrief verfassen

Betr.: Artikel Hart, aber fair

Artikel »Hart, aber fair« einblenden / ausblenden

Hart, aber fair

Einen wunderschönen guten Morgen! Auch bei der Copa América in den USA stehen die Halbfinalisten fest, drei Viertelfinals wurden vom Punkt entschieden. Zum Auftakt durfte die Scanoleta von Titelverteidiger Argentinien in Houston, Texas gegen Ecuador leiden. Während Ecuador zum Turnierauftakt verdient gegen Venezuela verlor und sich mit einer finalen Nullnumer gegen México weiterzitterte, hatten die Silberländer alle Gruppenspiele zu Null gewonnen. Glanzvolles gab es freilich nicht zu sehen, dafür den genesenen Kapitän Lionel Messi, der gegen Peru pausieren musste.

Ecuador erwies sich während der gesamten 90 Minuten als ebenbürtiger Gegner. Zwar kontrollierte die Albiceleste den Ball, versäumte es jedoch, mit Nadelstichen Schaden anzurichten. Ecuador hatte weniger Ballbesitz, behandelte den Ball aber mit chirurgischer Präzision. Rasch rettete Tormann Dibu Martínez in einem Eins-gegen-Eins vor Moisés Caicedo, den die komplette Verteidigung des Weltmeisters nur noch von hinten gesehen hatte. Argentinien wirkte wie Apollo 13, funkte unverständliche Signale. Im zentralen Mittelfeld wurde nicht gegrätscht, die Verteidiger streunten unkoordiniert umher, Kapitän Messi kickte wie zu Beginn bei Barça, an die rechte Bande geklebt, beinahe wirkungslos. In den ersten 20 Minuten dominierte Ecuador deutlich, die Gauchesken schielten heimlich zu den Seilen eines imaginären Boxrings, wie Vieh wurden sie herumgetrieben. Als das Debakel unabwendbar schien, war es das linke Bein von Dibu Martínez, das einen Treffer von Jeremy Sarmiento vereitelte. Die argentinischen Helden irrten über den Platz wie Falschgeld, zum Glück ließen sich die Fans nicht lumpen und boten ein Mordsspektakel auf den Rängen, das ansteckte und das Feuer neu entfachte.

Alexis Mac Allister vom FC Liverpool riss im Zentrum die Zügel an sich, nach 35 Minuten wurde der Weltmeister belohnt: Ecke Messi, Mac Allister leitet am ersten Pfosten mit dem Kopf weiter, Lisandro Martínez (ManU) köpft das Runde am langen Pfosten unhaltbar ins Tor. Auch danach sah man keine Albiceleste im Frack, es dominierte der Blaumann. Zeitspiel, den Gegner durch Kurzpassspiel einschläfern, fair, aber hart tretende Beine – die Silberländer ließen nichts aus, um den vermeintlichen Feind auf Distanz zu halten.

In der Nachspielzeit wurde dieses Effizienzgedöns bestraft, der in Belgien kickende Kevin Rodríguez sprang höher als Nico Otamendi und erzielte den Ausgleich für den Tricolor. Erster Gegentreffer für Argentinien bei dieser Copa. Im sich direkt anschließenden Penaltytreten wollte Messi es brasilianisch respektive à la Riquelme machen, schlenzte den Ball in die Mitte des Tores – leider auf die Latte. Es schlug die Stunde von Dibu Martínez, der gleich die ersten beiden Strafstöße Ecuadors in überirdischer Manier parierte, der Mann hat selbst Rudi Kargus den Rang abgelaufen – historisch. Apollo 13 war wieder auf der Erde gelandet. Nach dem Match feuerte der ecuatorianische Fußballverband (FEF) den spanischen Trainer Félix Sánchez Bas. Wenn Sie dies hier lesen, ist das erste Halbfinale zwischen Argentinien und Kanada gelaufen, heute Nacht 2.00 MEZ kicken Uruguay und Kolumbien. Versäumen Sie die Freitagausgabe nicht!

Leserbriefe müssen redaktionell freigeschaltet werden, bevor sie auf jungewelt.de erscheinen. Bitte beachten Sie, dass wir die Leserbriefe Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr betreuen, es kann also einige Stunden dauern, bis Ihr Leserbrief freigeschaltet wird.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir dessen Inhalt ggfls. gekürzt in der gedruckten bzw. Online-Ausgabe der Tageszeitung junge Welt und in sog. sozialen Netzwerken wiedergeben können. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die junge Welt behält sich Kürzung Ihres Leserbriefs vor.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette (einblenden / ausblenden)

Netiquette

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte beachten Sie die folgenden Hinweise für Ihre Beiträge zur Debatte.

Ihr Leserbrief sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Veröffentlicht wird Ihr Beitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes. Nachname und Wohnort können abgekürzt werden. Bitte denken Sie daran, dass Ihr Text auch nach Jahren noch im Internet auffindbar sein wird. Wir behalten uns eine redaktionelle Prüfung vor, ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Für uns und unsere Leser sind Ihre eigenen Argumente interessant. Texte anderer sollen hier nicht verwendet werden. Bitte bleiben Sie auch im Meinungsstreit höflich. Schmähungen oder Schimpfwörter, aggressive oder vulgäre Sprache haben hier keinen Platz. Denken Sie daran: »Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge.« (Bertolt Brecht)

Äußerungen, die als diskriminierend, diffamierend oder rassistisch aufgefasst werden können, werden nicht toleriert. Hinweise auf kommerzielle Angebote jeder Art sind ausdrücklich nicht gewünscht. Bitte achten Sie auf die Orthografie und bitte nicht »schreien«: Beiträge, die in Großbuchstaben abgefasst wurden, werden von uns gelöscht.

Die Moderation bedeutet für unsere Redaktion einen zusätzlichen Aufwand: Leserbriefe zu älteren Artikeln sind deshalb nur befristet möglich. Außerdem kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Redaktion Ihren Leserbrief bearbeiten kann, dafür bitten wir um Verständnis. Orthografische Änderungen durch die Moderation machen wir nicht kenntlich, Streichungen mit eckigen Klammern.

Viel Freude am Debattieren!