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Weiter Kohle mit Kohle

Die allmähliche Umrüstung des Energiesektors wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt

Die Bundesregierung hat sich am Wochenende auf eine neue Kraftwerkstrategie geeinigt. Der Bau neuer Gaskraftwerke soll gefördert werden. Das verwundert, denn eine der großen Quellen für Treibhausgase ist die Verbrennung von Kohle und Erdgas in den Kraftwerken. Zwar wurde im ersten Halbjahr 2024 knapp 57 Prozent des deutschen Bedarfs von Sonne, Wind und Co. gedeckt – ein neuer Rekord. Aber noch immer werden in der Lausitz und im Rheinland für Braunkohle Dörfer zerstört und die Mondlandschaften des Tagebaus weiter ausgeweitet.

Erdgas verursacht im Vergleich zu Stein- und Braunkohle zwar deutlich weniger CO2 pro erzeugter Kilowattstunde, aber nur, wenn die Emissionen bei seiner Förderung und bei seinem Transport nicht eingerechnet werden. Besonders beim sogenannten Fracking entweicht viel Methan, was der Hauptbestandteil des Erdgases und zugleich ein besonders potentes Treibhausgas ist. Das seit neuestem über die neuen Flüssiggasterminal aus den USA eingeführte Erdgas wird größtenteils mit dem auch jenseits des Atlantiks hochumstrittenen Fracking gefördert.

Dessen ungeachtet plant die Bundesregierung neue Gaskraftwerke auszuschreiben. Die eine Hälfte soll die Verpflichtung haben, nach acht Jahren auf Wasserstoff umzusteigen, die andere dazu zumindest in der Lage sein. Des Weiteren soll die Umrüstung alter Kraftwerke und der Bau neuer gefördert werden, die sofort mit Wasserstoff betrieben werden können. Argumentiert wird damit, dass die Versorgung auch in Zeiten sogenannter Dunkelflauten gesichert sein muss, wenn im Winter länger anhaltende Hochdrucklagen für bedeckten Himmel und das Einschlafen des Windes sorgen.

Die große Frage bleibt, ob es ausreichend Wasserstoff gibt und wie der produziert wird. Nur wenn man ihn in Zeiten des Überangebots per Elektrolyse aus Wind- oder Solarstrom erzeugt, werden Wasserstoffkraftwerke klimaneutral arbeiten. Es soll aber auch sogenannter blauer Wasserstoff zugelassen werden. Der wird aus Erdgas gewonnen, wobei ein hoher Anteil an CO2 freigesetzt wird. Damit der Wasserstoff das Etikett blau bekommt, müsste dieses CO2 aufgefangen und im Untergrund eingelagert werden. Allerdings ist die entsprechende Technik hierzulande nicht vorhanden und erprobt. Außerdem ist das Verfahren hochumstritten.

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