75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Mittwoch, 30. November 2022, Nr. 279
Die junge Welt wird von 2690 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €

Leserbrief verfassen

Betr.: Artikel Kritik an Sanktionen

Artikel »Kritik an Sanktionen« einblenden / ausblenden

Kritik an Sanktionen

Kubas Staatschef Díaz-Canel beendet viertägigen Russland-Besuch. Putin betont Solidarität mit Inselbevölkerung

Nach einem viertägigen Staatsbesuch in Russland ist Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel am Mittwoch zu einer eintägigen Visite in der Türkei gelandet. An diesem Donnerstag wird der Gast aus Havanna dann zum Abschluss seiner noch bis Sonntag dauernden Auslandsreise in China erwartet. Während es beim Kurzaufenthalt in Istanbul vor allem um Vereinbarungen zur Energieversorgung geht, hatte der kubanische Staatschef zuvor in Moskau ein intensives Arbeitsprogramm absolviert.

Dessen Höhepunkt war am Dienstag ein Gespräch mit Wladimir Putin im Kreml, bei dem beide Politiker die Sanktionen der USA und deren Verbündeter gegen ihre Länder kritisierten. »Wir haben uns immer gegen Einschränkungen und Blockaden gestellt«, erinnerte Putin an die Solidarität seines Landes mit der seit über 60 Jahren unter einer von Washington verhängten, allumfassenden Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade leidenden Inselbevölkerung. Der russische Präsident wies darauf hin, dass die im Zusammenhang mit dem Besuch getroffenen Vereinbarungen einen »Plan für die bilaterale Zusammenarbeit bis 2030 und eine große Anzahl gemeinsamer Projekte« umfassen. Am Freitag hatte eine Kommission für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit über Kooperationen in den Bereichen Industrie, Wissenschaft, Verkehr, Bildung, Landwirtschaft, öffentliche Gesundheit, Kultur, Tourismus und Sport verhandelt.

Díaz-Canel erwiderte, beide Länder seien nicht nur das Ziel »willkürlicher Sanktionen«, sondern hätten im »Yankee-Imperialismus auch einen gemeinsamen Feind«, der einen großen Teil der Welt manipuliere. Zum Hintergrund des Krieges in der Ukraine verwies der Kubaner auf die langjährigen Warnungen des Kreml vor einem Vorrücken der NATO in Richtung der russischen Grenzen. »Die Vereinigten Staaten haben die Situation manipuliert und versuchen, wie immer in exterritorialen Kriegen außerhalb ihres Landes, die Möglichkeit zu finden, sich als der große Problemlöser aufzuspielen, was zu dieser sehr schwierigen Situation geführt hat«, sagte der kubanische Präsident. »Wir werden alles tun, um unsere Bindungen und bilateralen Beziehungen weiter zu festigen, zu stärken und auszubauen.«

Zuvor hatten Putin und Díaz-Canel auf einem nach Fidel Castro benannten Platz im Moskauer Stadtteil Sokol ein Denkmal für den kubanischen Revolutionsführer eingeweiht. In den vorangegangenen Tagen war Díaz-Canel unter anderem vom Vizepräsidenten des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, empfangen worden, traf sich zu einem Meinungsaustausch mit Gennadi Sjuganow, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, gedachte der im Großen Vaterländischen Krieg gefallenen sowjetischen Soldaten und besuchte die Zentrale des Senders RT.

Der im Rahmen von Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Türkei und Kuba stattfindende Kurzbesuch in Istanbul solle zu einer »Stärkung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit beitragen, die es uns ermöglicht, die Entwicklung Kubas weiter zu fördern«, teilte Díaz-Canel am Mittwoch auf Twitter mit. Auf der Tagesordnung steht – nach Zusammenkünften mit türkischen Solidaritätsorganisationen – auch ein Treffen mit seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan, bei dem es um eine Verständigung auf bilaterale politische und wirtschaftliche Prioritäten, insbesondere im Bereich der Elektroenergie, geht. Der auf Einladung von Staatspräsident Xi Jinping anschließend stattfindende dreitägige Besuch in China soll, nach einer noch etwas vagen Erklärung des dortigen Außenministeriums, »der Entwicklung der Beziehungen neuen Schwung verleihen«.

Leserbriefe müssen redaktionell freigeschaltet werden, bevor sie auf jungewelt.de erscheinen. Bitte beachten Sie, dass wir die Leserbriefe Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr betreuen, es kann also einige Stunden dauern, bis Ihr Leserbrief freigeschaltet wird.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir dessen Inhalt ggfls. gekürzt in der gedruckten bzw. Online-Ausgabe der Tageszeitung junge Welt und in sog. sozialen Netzwerken wiedergeben können. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die junge Welt behält sich Kürzung Ihres Leserbriefs vor.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette (einblenden / ausblenden)

Netiquette

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte beachten Sie die folgenden Hinweise für Ihre Beiträge zur Debatte.

Ihr Leserbrief sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Veröffentlicht wird Ihr Beitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes. Nachname und Wohnort können abgekürzt werden. Bitte denken Sie daran, dass Ihr Text auch nach Jahren noch im Internet auffindbar sein wird. Wir behalten uns eine redaktionelle Prüfung vor, ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Für uns und unsere Leser sind Ihre eigenen Argumente interessant. Texte anderer sollen hier nicht verwendet werden. Bitte bleiben Sie auch im Meinungsstreit höflich. Schmähungen oder Schimpfwörter, aggressive oder vulgäre Sprache haben hier keinen Platz. Denken Sie daran: »Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge.« (Bertolt Brecht)

Äußerungen, die als diskriminierend, diffamierend oder rassistisch aufgefasst werden können, werden nicht toleriert. Hinweise auf kommerzielle Angebote jeder Art sind ausdrücklich nicht gewünscht. Bitte achten Sie auf die Orthografie und bitte nicht »schreien«: Beiträge, die in Großbuchstaben abgefasst wurden, werden von uns gelöscht.

Die Moderation bedeutet für unsere Redaktion einen zusätzlichen Aufwand: Leserbriefe zu älteren Artikeln sind deshalb nur befristet möglich. Außerdem kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Redaktion Ihren Leserbrief bearbeiten kann, dafür bitten wir um Verständnis. Orthografische Änderungen durch die Moderation machen wir nicht kenntlich, Streichungen mit eckigen Klammern.

Viel Freude am Debattieren!

Rosa-Luxemburg-Konferenz: Programm einsehen oder Tickets bestellen unter jungewelt.de/rlk