75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 2. Dezember 2021, Nr. 281
Die junge Welt wird von 2593 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €

Leserbrief verfassen

Betr.: Artikel »Eine ordentliche Zahl«

Artikel »»Eine ordentliche Zahl«« einblenden / ausblenden

»Eine ordentliche Zahl«

Tausende beteiligen sich an landesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Es ist das einzige Signal, das sie verstehen: Streik! Da es für Beschäftigte im öffentlichen Dienst im Konflikt mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bisher kein Entgegenkommen gab, gehen die Kolleginnen und Kollegen erneut in den organisierten Ausstand. Am Mittwoch erklärte TdL-Verhandlungsführer Reinhold Hilbers, der niedersächsische Finanzminister, die Tarifgemeinschaft wolle den Gewerkschaften vor der Verhandlungsrunde am Sonnabend noch kein konkretes Angebot machen. Die Gewerkschaften erhöhten am Tag dieser Mitteilung erneut den Druck mit landesweiten Warnstreiks, die am Donnerstag und Freitag fortgeführt werden sollen. Sie fordern fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro. Beschäftigte im Gesundheitswesen sollen mindestens 300 Euro mehr erhalten, bei Auszubildenden sollen 100 Euro mehr im Portemonnaie landen.

Tausende setzten am Mittwoch deutliche Zeichen der Kampfbereitschaft. Mitglieder der DGB-Gewerkschaften versammelten sich bei zentralen Streikveranstaltungen in Bremen und Niedersachsen. In Bremen bildeten etwa 1.800 Menschen eine Kette. Rund 5.000 Landesbeschäftigte beteiligten sich in Niedersachsen an Streiks und Aktionen, so Verdi. In Schleswig-Holstein demonstrierten rund 400 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Obwohl Hessen als einziges Bundesland nicht mehr der TdL angehört, wurde auch die Frankfurter Uniklinik bestreikt. In Nordrhein-Westfalen waren Hunderte an den Unikliniken in Düsseldorf und Bonn, an der Bochumer Ruhr-Universität sowie beim Statistischen Landesamt im Ausstand. In den vergangenen Wochen hatten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 2.000 Beschäftigte in NRW ihre Arbeit niedergelegt.

Einen Achtungserfolg erzielte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin. Ihrem dritten Streikaufruf folgten laut GEW am Mittwoch mehr als 6.000 Menschen. Die Gewerkschaft hatte berufsübergreifend Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrkräfte und Hochschulbeschäftigte zum Ausstand aufgefordert. Im Berliner Konzerthaus soll ein 48stündiger Streik am Mittwoch und Donnerstag dafür sorgen, dass sämtliche Proben und Veranstaltungen ausfallen.

Zusammen mit den 6.000 Streikenden am Mittwoch habe man an bisher drei Streiktagen rund 20.000 Beschäftigte mobilisiert, »eine ordentliche Zahl«, erklärte der Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der Berliner GEW, Udo Mertens, am Mittwoch im Gespräch mit junge Welt. Mit der Streikresonanz zeigte er sich »sehr zufrieden«. Nach der klaren Ablehnungshaltung der Berliner Finanzverwaltung sei der Streik für die Beschäftigten die einzige Möglichkeit, »ihre gerechtfertigten Forderungen an den Verhandlungstisch zu bringen«, so Verdi-Sekretär Hikmat El-Hammouri am Mittwoch im gegenüber dieser Zeitung. »Wir hoffen, dass das Signal ankommt und die Finanzverwaltung endlich zu Verhandlungen bereit ist.«

Leserbriefe müssen redaktionell freigeschaltet werden, bevor sie auf jungewelt.de erscheinen. Bitte beachten Sie, dass wir die Leserbriefe Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr betreuen, es kann also einige Stunden dauern, bis Ihr Leserbrief freigeschaltet wird.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir dessen Inhalt ggfls. gekürzt in der gedruckten bzw. Online-Ausgabe der Tageszeitung junge Welt und in sog. sozialen Netzwerken wiedergeben können. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die junge Welt behält sich Kürzung Ihres Leserbriefs vor.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette (einblenden / ausblenden)

Netiquette

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte beachten Sie die folgenden Hinweise für Ihre Beiträge zur Debatte.

Ihr Leserbrief sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Veröffentlicht wird Ihr Beitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes. Nachname und Wohnort können abgekürzt werden. Bitte denken Sie daran, dass Ihr Text auch nach Jahren noch im Internet auffindbar sein wird. Wir behalten uns eine redaktionelle Prüfung vor, ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Für uns und unsere Leser sind Ihre eigenen Argumente interessant. Texte anderer sollen hier nicht verwendet werden. Bitte bleiben Sie auch im Meinungsstreit höflich. Schmähungen oder Schimpfwörter, aggressive oder vulgäre Sprache haben hier keinen Platz. Denken Sie daran: »Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge.« (Bertolt Brecht)

Äußerungen, die als diskriminierend, diffamierend oder rassistisch aufgefasst werden können, werden nicht toleriert. Hinweise auf kommerzielle Angebote jeder Art sind ausdrücklich nicht gewünscht. Bitte achten Sie auf die Orthografie und bitte nicht »schreien«: Beiträge, die in Großbuchstaben abgefasst wurden, werden von uns gelöscht.

Die Moderation bedeutet für unsere Redaktion einen zusätzlichen Aufwand: Leserbriefe zu älteren Artikeln sind deshalb nur befristet möglich. Außerdem kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Redaktion Ihren Leserbrief bearbeiten kann, dafür bitten wir um Verständnis. Orthografische Änderungen durch die Moderation machen wir nicht kenntlich, Streichungen mit eckigen Klammern.

Viel Freude am Debattieren!