26.11.2021 / Inland / Seite 1

Hunderttausend Coronatote in BRD

»Epidemische Lage« ausgelaufen. EU-Behörde gibt Impfstoff für Kinder frei

Nick Brauns

Mehr als 100.119 Menschen sind seit Ausbruch der ­Coronapandemie in Deutschland an oder mit dem Virus gestorben. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Nacht zum Donnerstag bekannt. Dass die derzeitigen Todeszahlen – für die zurückliegenden 24 Stunden meldete das RKI am Donnerstag 351 Verstorbene – trotz eines neuen Negativrekords an gemeldeten Neuinfektionen von 75.961 bundesweit festgestellten Fällen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 419,7 deutlich unter den teils mehr als 1.000 Toten pro Tag im vergangenen Winter liegt, erklärt das RKI mit der Schutzwirkung der Impfung für einen größeren Teil der Bevölkerung.

Just an dem Tag, an dem die Hunderttausenderschwelle der Corona­toten in der BRD überschritten wurde, lief die im März 2020 vom Bundestag ausgerufene und mehrfach verlängerte »epidemische Lage von nationaler Tragweite« aus. Ein Ende der Pandemie bedeutet das indes nicht. Durch das neue, von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen durch den Bundestag gebrachte Infektionsschutzgesetz kann der Staat weiterhin in die Grundrechte eingreifende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erlassen. Anfang Dezember wollen die Ampelparteien über schärfere Maßnahmen gegen Coronainfektionen beraten. »Wir haben uns zehn Tage Zeit gegeben, um zu sehen, sind wir bei den Boosterimpfungen, sind wir bei den Schutzmaßnahmen weit genug gekommen«, sagte die Grünen-Kovorsitzende Annalena Baerbock am Mittwoch abend in der ARD.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat unterdessen am Donnerstag laut dpa grünes Licht für die Zulassung des Coronaimpfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren erteilt. Wenn nun die EU-Kommission erwartungsgemäß zustimmt, wird so erstmals in der EU ein Coronaimpfstoff für unter Zwölfjährige zugelassen. Die Kommission sprach sich derweil gegen zusätzliche Reisebeschränkungen wie Tests oder Quarantänemaßnahmen für Geimpfte, Genesene oder frisch Getestete aus. Zudem trat die Brüsseler Behörde dafür ein, die Gültigkeitsdauer des EU-Impfnachweises auf neun Monate nach einer vollständigen Impfung zu beschränken.

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