21.09.2021 / Kapital & Arbeit / Seite 1

Weitere Verluste nach Evergrande-Pleite

Kurssturz von chinesischem Immobilienkonzern lässt Vermögen von Spekulanten schmelzen

Ausverkauf an der Börse in Hongkong: Die Papiere des von der Insolvenz bedrohten chinesischen Immobilienriesen Evergrande sind am Montag um bis zu 19 Prozent abgestürzt. Spekulanten warfen ihre Anteile auf den Markt, weil sie damit rechneten, dass der Konzern die Zinszahlungen auf seine Kredite bereits in dieser Woche nicht länger bedienen kann. Der Schuldenstand des Unternehmens, einer der größten Immobilienentwickler des Landes, beträgt umgerechnet mehr als 260 Milliarden Euro.

Milliardäre, Banken und Konzerne müssen auf ihr Geld verzichten: Der chinesische Immobilientycoon Zhang Yuanlin, Vorsitzender der Sinic Holdings Group, verlor laut der US-Zeitschrift Forbes am Montag mehr als eine Milliarde Dollar. Der Handel mit der Aktie von Sinic wurde ausgesetzt, nachdem sie 87 Prozent ihres Werts verloren hatte. Auch andere Unternehmen im Immobiliensektor zieht die drohende Pleite von Evergrande mit nach unten: Der Aktienkurs von Henderson Land verzeichnete ein Minus von 13,2 Prozent, die Werte von New World Development sanken um mehr als zwölf Prozent. Die Aktie von Sun Hung Kai Properties verlor 10,3 Prozent. Das Versicherungsunternehmen Ping An verzeichnete ein Minus von fast sechs Prozent. Mit den Aktien der China Minsheng Bank, der Agricultural Bank of China und der Industrial and Commercial Bank of China verloren auch die Aktien von Geldhäusern zwischen drei und sechs Prozent ihres Werts.

Der Leitindex der Hongkonger Börse, der Hang Seng Index, verlor am Montag zwischenzeitlich mehr als vier Prozent und sackte dadurch auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Seit Beginn des Jahres haben die Unternehmensanteile von Evergrande rund 90 Prozent ihres Werts verloren. Laut Experten haben mehr als eine Million Menschen Bauvorhaben im voraus bezahlt, die bisher nicht umgesetzt wurden. Über das Wochenende bot Evergrande Anlegern an, sie mit Immobilien zu entschädigen. Das Angebot richtet sich demnach an Käufer von Vermögensverwaltungsprodukten des Unternehmens. (AFP/Reuters/jW)

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