08.09.2021 / Thema / Seite 12

Die Intelligenz der Hosenträger

Vor hundert Jahren wurde der Philosoph, Science-Fiction-Autor und »enttäuschte Weltverbesserer« Stanislaw Lem geboren

Holger Teschke

Ein Gedanke vorangestellt: »Wir wissen nicht, ob eine Logokratie der untereinander zerstrittenen Experten besser wäre als die Herrschaft der geistig Minderbemittelten, der wir heute unterworfen sind. Die sich ständig verschlechternde Qualität der führenden politischen Eliten ist eine Folge der wachsenden Komplexität unserer Welt. Weil niemand diese Welt mehr voll erfassen kann, und wenn er noch so weise wäre, drängen sich jene an die Macht, die sich darüber keine Sorgen machen.«

Diese Überlegung stellte Stanislaw Lem schon 1983 in seiner fiktiven Rezension »Eine Minute der Menschheit« an. Mit solchen Gedankenspielen machte er sich schon früh bei den Machthabern in Ost und West unbeliebt. Sie und ihre Apologeten in Medien und Universitäten hätten es lieber gesehen, wenn der scharfsinnige Träumer bei seinen phantastischen Ausflügen in die Weiten des Universums nicht auch immer den Irrsinn der irdischen Verhältnisse thematisiert hätte. Aber sein Leben war von Kindheit an durch Politik geprägt und sollte es bis zu seinem Tod im Jahr 2006 bleiben.

Fragen an den Schädel

Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 im polnischen Lwiw als Sohn einer jüdischen Arztfamilie geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Er ging aufs Gymnasium und begann mit großer Leidenschaft Pässe und Passierscheine für ferne Reiche und Staaten anzufertigen, die ihm Zugang zu Schlössern und Festungen mit labyrinthischen Verliesen gewähren sollten. Liest man darüber in seinen Kindheitserinnerungen »Das Hohe Schloss« von 1968, dann versteht man, warum Fjodor Dostojewski und Franz Kafka schon früh zu seinen Lieblingsautoren gehörten. Als Schüler stöberte er in der Bibliothek seines Vaters in anatomischen Atlanten und medizinischen Fachbüchern. Besonders faszinierte ihn ein trepanierter menschlicher Schädel, der in einem der Bücherschränke lag und den er trotz strengstem Verbot immer wieder in die Hand nahm. Sein Blick in den leeren Schädel erinnert an Hamlets Fragen angesichts des Schädels von Yorick: »Wo sind jetzt deine Witze? Deine Sprünge? Deine Blitze voll Hohn und Spott?« Stanislaw Lem beließ es nicht bei solchen melancholischen Fragen.

Er begann Medizin zu studieren, um das Netzwerk der Nerven und Sehnen, der Adern und Muskeln, die das menschliche Skelett umschließen, besser zu verstehen und den Anspruch des Menschen auf die »Krone der Schöpfung« zu hinterfragen. Mit dieser naturwissenschaftlichen Präzision sollte er später auch das Innere der Gesellschaftssysteme studieren, in denen er aufwuchs und die sich zu Siegern der Geschichte erklärten.

Der Einmarsch der Wehrmacht machte ihm ab 1941 das weitere Studium unmöglich. Mit gefälschten Papieren konnte er als Hilfsarbeiter in einer deutschen Fabrik überleben, während viele seiner Freunde und Verwandten in deutschen Vernichtungslagern ermordet wurden. »Ich verdanke eigentlich erst der Nazigesetzgebung die Erleuchtung, dass in meinen Adern jüdisches Blut fließt«, schrieb er 1983 in dem autobiographischen Text »Mein Leben«. Unter Lebensgefahr arbeitet er mit der polnischen Widerstandsbewegung zusammen und schmuggelte Waffen und Munition aus Wehrmachtsbeständen. Ähnlich wie Samuel Beckett hat er diese gefährlichen Aktionen niemals heroisiert, sondern betrachtete sie »einfach als meine Pflicht«.

Nach der Befreiung Lwiws durch die Rote Armee musste Lem 1945 mit seinen Eltern nach Krakow umsiedeln, wo er sein Medizinstudium wieder aufnahm. Hier kam er in Konflikt mit der damals propagierten Lehre des sowjetischen Agrar­wissenschaftlers Trofim Lyssenko, nach der nicht die Gene, sondern die Umweltbedingungen von entscheidendem Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen seien. Da er sich weigerte, in seiner Prüfung Antworten nach der Lehre Lyssenkos zu geben, fiel er durch, entging aber so dem Dienst als Arzt im polnischen Militär. Um die Familie finanziell zu unterstützen, begann er zu schreiben und arbeitete zwischen 1948 und 1950 als Forschungsassistent von Mieczyslaw Choynowski an der Jagiellonen-Universität. Hier kam er mit internationaler Fachliteratur zu Psychologie und zur Wissenschaftsgeschichte in Berührung, die er intensiv studierte. In dieser Zeit entstand sein erster Roman »Die Irrungen des Dr. Stefan T.«, der erst 1956 die Zensur passierte. Seitdem widmete er sich der Science-Fiction, die damals in den Ländern des Warschauer Vertrags ein eher kümmerliches Dasein fristete und in dem Versuch bestand, eine heroische Eroberung des Weltraums durch die Sowjetunion im Geiste des russischen Raumfahrtpioniers Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski zu beschwören. Stanislaw Lem sollte das sehr bald und sehr nachhaltig ändern.

Kosmische Klaviatur

Schon 1951 erschien »Der Planet des Todes«, der die Geschichte eines von der Venus geplanten nuklearen Angriffs auf die Erde erzählt sowie die Mission einer internationalen Astronautenbesatzung zum »Schweigenden Stern«. Unter diesem Titel wurde der Roman 1959 als Koproduktion von Defa und Filmstudio Wroclaw von Kurt ­Maetzig verfilmt und begründete den Ruf Lems als Science-Fiction-Autor. 1957 folgten »Die Sterntagebücher des Ijon Tichy«, eine gesellschaftskritische Satire, in der Lem mit subtilem Humor auf der kosmischen Klaviatur des Genres spielte, um sich über Fortschrittsglauben und Hybris von Politik und Wissenschaften in Ost und West lustig zu machen. In den Reiseberichten Ijon Tichys und seinen Gesprächen mit Professor Tarantoga steckt aber auch ein kaum verschlüsselter Spott auf die Vulgarisierung der Arbeiten von Marx und Engels im real existierenden Sozialismus. Wenn Ijon Tichy die soziale Entwicklung der Mikrozephalen mit Hilfe einer »Zeitmaschine« beschleunigen will und dabei den Apparat so überdreht, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse sich umkehren und zu ihren Anfängen zurückrollen, dann wusste nicht nur in Polen jeder, was gemeint war.

Aber auch die Verheißungen der »Schönen Neuen Welt« (Aldous Huxley) auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs verschonte Lems Satire nicht. Auf dem Planeten der »Indioten« begegnet Ijon Tichy einer Gesellschaft, die in »Spiriten« und »Minderlinge« geteilt ist, wobei die Ersteren die Fabriken besitzen und die Gesetze verabschieden, während Letztere darin arbeiten und nach diesen Gesetzen leben müssen. Doch immer neue und effektivere Maschinen machen die körperliche Arbeit der »Minderlinge« zusehends überflüssig und schaffen ein Problem für deren Existenzberechtigung. Tichys naiver Vorschlag, Fabriken und Gewinne zu vergesellschaften, löst bei den »Spiriten« Entsetzen aus: »Unser höchstes Gesetz, das Prinzip der freien Initiative, besagt, dass niemand zu einer Sache genötigt oder auch nur veranlasst werden darf, die er nicht will! Wer würde wagen, unseren Erlauchten ihre Fabriken zu nehmen, wo es doch ihr Wille und ihr Recht ist, sich an ihrem Eigentum zu erfreuen? Das wäre die schlimmste Knebelung der Freiheit, die man sich vorstellen kann.« Weswegen die »Minderlinge« nunmehr zu Tausenden verhungern, während sich die pausenlos weiter produzierten Waren in den Lagern stapeln und nicht mehr abzusetzen sind. Als schließlich Aufstände der »Minderlinge« drohen, beauftragt der Hohe Rat der »Spiriten« einen Erfinder mit dem Bau einer Maschine, die diesen Konflikt mittels eines streng logischen und objektiven Regierungsprogramms aus dem Weg und eine »Hohe Harmonie« schaffen soll. Die Maschine errichtet ein gigantisches Schloss aus Alabaster und Kristall, in das sie die »Minderlinge« einlädt – um sie anschließend zu metallisch glänzenden Scheiben zu verarbeiten – harmonisch und formvollendet. Zunächst sind die »Spiriten« begeistert, die »Minderlinge« auf so effektive Weise loszuwerden. Doch als die streng logische Maschine sie schließlich auffordert, gemäß des von ihnen geforderten Programms im Namen der Freiheit ihresgleichen ins Schloss zu bringen, bricht Panik aus. Die »Spiriten« denunzieren sich gegenseitig und liefern Nachbarn, Freunde und Verwandte an die unermüdliche Maschine aus, bis der Planet von Millionen glänzenden Scheiben überzogen ist, Ijon Tichy gelingt gerade noch rechtzeitig die Flucht vom Planet der »Indioten«.

Vier Jahre später erschien mit »Solaris« der Roman, der Lem auch international berühmt machte und der sein am meisten adaptiertes, übersetztes und verfilmtes Werk ist. Die Geschichte vom »Ozean« des Planeten Solaris, der aus den Erinnerungen der irdischen Astronauten lebendige Wesen schafft und sie so auf verhängnisvolle Weise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, sprengte gedanklich und sprachlich die Grenzen aller bisher geschriebenen Science-Fiction. Darum ging es Stanislaw Lem auch in seinen folgenden Büchern. »Nie war ich auf etwas so versessen wie auf die Ausdehnung der Literatur auf Bereiche, wo es sie noch nicht gab«, bekannte er später in einem Interview.

Diese Grenzüberschreitung sollte ihm in den sechziger Jahren mit weiteren Romanen wie »Rückkehr von den Sternen« (1961) und »Der Unbesiegbare« (1964), den Erzählungen der »Kyberiade« (1965 bis 1985) sowie den Sachbüchern »Summa technologiae« (1964) und »Philosophie des Zufalls« (1968) bravourös gelingen. ­Während er weltweit immer mehr begeisterte Leser fand, stand die Literaturkritik zumeist hilflos und überfordert vor diesen Texten. Vor allem die »Summa« machte den naturwissenschaftlich eher bescheiden belesenen Kritikern Schwierigkeiten und erschien ihnen als verstiegener Ausflug eines Literaten in die Galaxien der Futurologie.

»Phantomatik«

Dabei hat Lem gerade in diesem grandiosen Essay schon Mitte der sechziger Jahre in logisch begründeten Gedankenspielen Entwicklungen wie die der »Virtual Reality« (die bei ihm noch »Phantomatik« hieß) und der Nanotechologie vorausgesagt. Diese visionären Texte verdankten sich seiner intensiven Lektüre internationaler Wissenschaftsliteratur, die er von Astrophysik bis zur Biotechnologie leidenschaftlich studierte. Dabei bekam er diese Literatur oft nur unregelmäßig und durch Zufall in die Hände. Aber auch das hatte einen Vorteil. »Indem ich hinter dem Eisernen Vorhang unseligen Angedenkens lebte und arbeitete und dadurch zur wissenschaftlichen und philosophischen Literatur – die damals noch nicht von der massenhaften Hypothesenvermehrung befallen war – kaum Zugang hatte, konnte ich mich mit recht allgemeinen Wegweisern begnügen, die auf den Strom künftiger Veränderungen in den Bereichen Biotechnologie, Phantomatik, Imitologie und Pantokreatik zeigten«, schrieb er im Rückblick aus dem Jahr 2000 in seinem Essay »Tertio Millennio Adveniente«.

Obwohl Stanislaw Lem mit seiner Frau Barbara, einer Radiologin und kritischen Leserin seiner Texte, zurückgezogen am Stadtrand von Krakow lebte und schrieb, hatte er einen illus­tren Bekanntenkreis, zu dem unter anderem der Philosoph Leszek Kolakowski, der Schriftsteller Slawomir Mrozek, die Lyrikerin Wislawa ­Szymborska und Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II.) gehörten. Es gab stets ausverkaufte Lesungen und öffentliche Diskussionsrunden, 1973 erhielt er sogar den Großen Staatspreis für Literatur der Volksrepublik Polen.

Mit der Rezension »Provokation« über das fiktive zweibändige Werk »Der Völkermord« des von ihm erfundenen deutschen Anthropologen und Historikers Horst Aspernicus setzte Stanislaw Lem 1980 seine Auseinandersetzung mit den Ursachen des Holocaust auf provokante Weise fort. Sechs Jahre vor dem deutschen »Historikerstreit« fragt er jenseits der in der sozialistischen Geschichtsschreibung allem vorgelagerten ökonomischen und politischen Begründungen nach tieferliegenden sozialen und psychologischen Wurzeln des Völkermords an den Juden Europas. Das »Morden im Namen der gerechten Ordnung der Dinge« kanalisierte seiner Meinung nach die Rachephantasien der gedemütigten ehemaligen Soldaten und Anhänger des untergegangenen Kaiserreichs – und deren Wut über die Verträge von Versailles, die Besatzungs- und Reparationsforderungen der Sieger sowie den sozialen Abstieg durch Massenarbeitslosigkeit und Inflation – in die Ideologie einer »Historischen Mission« des deutschen Volkes, zu der ihm »die Vorsehung« einen Führer als neuen Messias geschickt habe.

Unter dem Deckmantel der Legitimation durch den faschistischen Staat und seine Justiz konnte diese »Mission« in Form der industriellen Massenvernichtung in den Konzentrations- und Vernichtungslagern organisiert und durchgeführt werden. Aber da ein systematischer Massenmord über Jahre hinweg auch psychologisch eine Rechtfertigung brauchte, wurde der Mythos von »Reinigung und Gericht« heraufbeschworen, der an die mittelalterlichen Wurzeln des deutschen Antisemitismus anknüpfte.

Unerwarteterweise konnte dieser Essay sowohl in Polen als auch in der DDR bald nach seiner Niederschrift erscheinen, obwohl er keineswegs der gängigen Behauptung folgte, dass die Funktionsträger und Verantwortlichen dieses Massenmords allesamt in den Westen Deutschlands gegangen waren.

Schonungsloser Kritiker

Mit der Ausrufung des Kriegsrechts 1982 verließ Lem seine Heimat und kam als Gast des Wissenschaftskollegs nach Westberlin. Hier hatte er Zugang zu internationalen Fachzeitschriften und zu allen wissenschaftlichen Diskursen, die ihn interessierten. Seine Bücher »Das Katastrophenprinzip« (1983) und »Die Technologiefalle« (1996) zeugen von der fruchtbaren Umsetzung dieser Lektüre, aber auch von einer wachsenden Skepsis gegenüber den Verheißungen von Wissenschaft und Technologie. »In zwei Worte gefasst: Ich bin ein enttäuschter Weltverbesserer«, bekannte er in einer Anmerkung zu »Mein Leben«. »Meine ›Summa technologiae‹ bezeugt jedoch, dass ich zwar ein enttäuschter, aber noch immer kein verzweifelter Weltverbesserer bin. Ich glaube nämlich nicht, dass die Menschheit ein ›für immer hoffnungsloser und unheilbarer Fall‹ ist.«

Doch diese Hoffnung sollte in den kommenden Jahrzehnten schwinden und einer immer schonungsloseren Kritik an den Verheißungen der modernen Technologien weichen. Enttäuscht war Lem zusehends auch von der Wirkungslosigkeit seiner Analysen und Voraussagen auf Politik und Gesellschaft und von der fortschreitenden Kommerzialisierung in Science-Fiction und Futorologie. Er reagierte darauf mit der ihm eigenen Mischung aus Satire und Resignation. »Bei all diesen Golems und Kosmogonien bin ich ein unverbesserlicher Skeptiker, der an diese fliegenden Untertassen, an Gedankenlesen, Psychokinese, das Seelenleben von Tieren und Pflanzen und tausend andere Dinge, von denen diese Literatur lebt, nicht glaubt. Ich halte das für kompletten Blödsinn, so dass ich damit nie anders in Berührung gekommen bin als über Ironie, Groteske und Humor.« Sich über Technologie- und Wachstumsideologien lustig zu machen, kommt in keinem Gesellschaftssystem gut an, das seine Staatsbürger vom eigenen Versagen in der Gegenwart mit Visionen einer blühenden Zukunft ablenken will.

Was zu Zeiten Stanislaw Lems die Utopie eines grandiosen Atomzeitalters war, ist heute die Verheißung von der schönen neuen digitalen Welt, die auf globale und nachhaltige Weise die sozialen Ungleichheiten des Kapitalismus ebenso beheben werde wie den Klimawandel und die Demokratiedämmerung. In seinem bereits erwähnten Essay »Tertio Millennio Adveniente« aus dem Jahr 2000 zählt Lem die Probleme auf, die seiner Meinung nach die Menschheit im 21. Jahrhundert beschäftigen werden: der Klimawandel, das rasante Wachstum der Weltbevölkerung, die unkontrollierte Entwicklung künstlicher Intelligenz und lebensverlängernder Gentechnologien.

»Die ständige Steigerung der technologischen Möglichkeiten geht paradoxerweise mit einem Verfall von Phantasie und Intelligenz der Menschen einher«, postulierte er in einem Interview mit der Zeit von 2005. »Heute nennt man auch schon Thermostate intelligent oder Küchenmaschinen. Aber dann sind auch meine Hosenträger intelligent, in dem Sinne, dass man sie nämlich regulieren kann. Alles ist heute intelligent.« Diese sarkastische Skepsis zeichnet auch seine späten Sachbücher wie »Die Megabit-Bombe« (1999) und »Die Rasse der Raubtiere« (2006) aus.

Phantasie und Prophetie

Stanislaw Lems Werk wurde in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt. Hochgeehrt von Akademien und Universitäten, starb er 2006 in Krakow. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen, und er gehört noch immer zu den meistgelesenen Science-Fiction-Autoren, obwohl er sich selber nie diesem Genre zugerechnet hat.

»Ich bin mir klar darüber, dass ich mich an einem seltsamen Punkt befinde, wo aneinander grenzen: die Literatur, die Wissenschaft, die Philosophie, das Aufstellen von Hypothesen, unverbindliches Phantasieren und eine Prophetie, die heute unmodern ist«, sagte er im Jahr 2000 in einem Gespräch mit dem Literaturkritiker Stanislaw Beres. »Aber auf diesem Platz bin ich heimisch geworden, ich fühle mich hier sehr wohl. Mein Ehrgeiz ist, auf diesem Platz so lange zu wirken, wie es möglich ist, unter dem obersten Imperativ, der mir gebietet, nach Wahrheit zu streben.«

Holger Teschke schrieb an dieser Stelle zuletzt am 16. Juli 2021 über den Maler Lyonel Feininger.

Zum 100. Geburtstag von Stanislaw Lem ist im Berliner Suhrkamp Verlag die Auswahl »Best of Lem« mit Erzählungen und Essays erschienen und im Audio Verlag »Lem – Die Große Hörspielbox« mit Adaptionen von acht Hörspielproduktionen, darunter »Solaris« und »Königsmatrix«

https://www.jungewelt.de/artikel/409861.phantastik-die-intelligenz-der-hosenträger.html