26.04.2021 / Leserbriefe / Seite 14

Aus Leserbriefen an die Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser!

In eigener Sache

Viele Wege führen zur jungen Welt – entsprechend gibt es für Sie unterschiedliche Möglichkeiten, Ihre Meinung zu Artikeln unserer Zeitung kundzutun. So können Zuschriften über eine besondere Leserbriefmaske auf jungewelt.de eingesandt werden, per E-Mail oder auf Papier per Post. Sie werden während der Redaktionszeiten bearbeitet. Einige Zeit lang bestand für Onlineabonnenten zudem die Option, Kommentare zu einzelnen Artikeln direkt im Internet zu veröffentlichen. Erst danach wurden diese von uns gesichtet und moderiert – was immer wieder dazu führte, dass sich auch irreführende Beiträge unwidersprochen unter unseren Artikeln fanden und wieder aus dem Netz genommen werden mussten. Personalmangel und pandemiebedingte Einschränkungen, die auch unsere Redaktion in ihrer Arbeitsfähigkeit berühren, haben dies in den letzten Monaten ständig komplizierter gestaltet.

Dieses System wollen wir ab sofort etwas vereinfachen: Vom heutigen Montag an finden sich Kommentar- und Leserbrieffunktion zusammengelegt. Die eingegebenen Texte werden nicht mehr automatisch freigeschaltet, sondern nach Sichtung während unserer Redaktionszeiten Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr. Dies soll möglichst zeitnah geschehen. Wir haben zudem die Leserbriefseite im Internet überarbeitet und übersichtlicher gestaltet, die online veröffentlichten Zuschriften werden nun einheitlich und lesefreundlich unter den Artikeln präsentiert. Wir behalten uns vor, die Kommentarfunktion unter neuer Regie – beispielsweise in Form von moderierten Diskussionen zu Themen des Tages oder der Woche – wieder einzurichten, wenn die Umstände dies zulassen.

Wir bitten die regelmäßigen Nutzer der Kommentarfunktion um Verständnis für die Änderung. Wir hoffen, dass sie sich in der Praxis in der kommenden Zeit als Vereinfachung und Verbesserung bewährt.

Redaktion

Umsturz vereitelt

Zu jW vom 19.4.: »Belarus: Lukaschenko spricht von ›Putschversuch‹«

Es hat sich eingebürgert, bezweifelnde Wörter wie »angeblich« voranzustellen, wenn es sich um Meldungen offizieller Stellen in Russland oder Belarus handelt. Auch wenn man etwas gegen die Politik von Präsident Alexander Lukaschenko einzuwenden hat, muss eine wahrheitsgemäße Berichterstattung jedoch lauten: Ein Attentat und ein Putschversuch wurden vereitelt. Im ersten russischen Fernsehkanal wurde ein Video gezeigt, in dem in aller Ausführlichkeit und absoluter Eindeutigkeit von den verhafteten Drahtziehern die Einzelheiten des Staatsstreiches besprochen werden: Stromversorgung unterbrechen, schwarze Listen, die Ermordung von Lukaschenko und seiner Familie während der Parade am 9. Mai. Was hätte die Presse geschrieben, wenn es um den US-Präsidenten gegangen wäre?

Fred Buttkewitz, Ulan-Ude, Russland

Kein Vergessen

Zu jW vom 23.4.: »Stand der Aufarbeitung: Verstörend«

Ich bin unbedingt der Meinung, dass das Gedenken an das »Stalag 326« in Stukenbrock ein antifaschistisches sein muss. Deshalb ist die Unterstützung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements zum Erhalt der Gedenkstätte notwendig und dauerhaft zu sichern. Braucht es dazu eine »Neukonzeption« und eine Ausweitung des Blickwinkels auf die Geschichte dieses Ortes bis in die Gegenwart, wie es Bundes- und Landesregierung fordern? Natürlich nicht. Was haben das nach der Befreiung auf dem Gelände entstandene Sozial- bzw. Missionswerk für Aussiedler oder gar die danach eingerichtete Polizeischule NRW mit dem antifaschistischen Gedenken an die Opfer des »Stalag 326« zu tun? Es ist meines Erachtens doch geradezu lächerlich, die Existenz dieser Einrichtungen als Vorwand für eine »Neukonzeption« heranzuziehen. Nein, es geht hier nicht um eine Veränderung der Konzeption einer antifaschistischen Gedenkstätte, sondern um ihre Relativierung und letztlich antikommunistische Umdeutung. Diesen Prozess gemeinsam mit Elmar Brok (CDU) anzugehen, wie es einige Antifaschisten vorhaben, verkennt meiner Ansicht nach grundlegend die politische Macht und die Herrschaftsmethoden im real existierenden Kapitalismus. Brok ist kein Provinzpolitiker. jW hat ihn zu Recht als einen der »Strippenzieher des Maidan« in der Ukraine und als »politischen Arm des Bertelsmann-Konzerns im Europaparlament« bezeichnet. Als fanatischer Antikommunist war Brok führend an der Entschließung des Europäischen Parlaments »zum Gewissen Europas und zum Totalitarismus« 2009 beteiligt. Darin werden die Verbrechen des Hitlerfaschismus und die Politik der Sowjetunion gleichgesetzt. Es ist leider eine Illusion zu meinen, in der Zusammenarbeit mit solchen Leuten, die auch noch das Geld mitbringen sollen, den Takt angeben zu können. Es wird andersrum enden.

Gerd Detering, per E-Mail

Über Leichen

Zu jW vom 21.4.: »Weiße Weste des Tages: Johnson & Johnson«

Es scheint niemanden zu interessieren, dass die Bestellung von »Sputnik V« im neuen kalten Krieg durch die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus blockiert wird. (…) Die Begründung: Alexej Nawalny und Menschenrechte in Russland. Dass sich die Grünen ebenso intensiv für Julian Assange und die Menschenrechte in den USA einsetzen, ist mir nicht bekannt. (…) Es ist ihnen anscheinend vollkommen egal, dass sie damit den möglichen Tod vieler Berliner in Kauf nehmen. (…)

Klaus Korcz, Berlin

Falsche Militanz

Zu jW vom 20.4.: »Putsch der Topklubs«

Militanz für »unsere« Fußballprofis? Keiner dieser Spieler spendet auch nur einen Pfennig für eine wirkliche Veränderung der Welt hin zum Sozialismus. Keiner von ihnen erhebt seine Stimme für Whistleblower wie Julian Assange oder Edward Snowden. (…) Linke sollten sich nicht um Profisport kümmern, sondern selber aktiv werden: mit Ausdauer-, Kraft-, Kampfsport. Wir werden es brauchen, damit proletarischer Selbstschutz funktioniert.

Marian Rose, Brandenburg

Linke sollten sich nicht um Profisport kümmern, sondern selber aktiv werden: mit Ausdauer-, Kraft-, Kampfsport. Wir werden es brauchen, damit proletarischer Selbstschutz funktioniert.

https://www.jungewelt.de/artikel/401254.aus-leserbriefen-an-die-redaktion.html