22.04.2021 / Abgeschrieben / Seite 8

IL: Coronahotspot Arbeitsplatz für drei Wochen dichtmachen!

Die Interventionistische Linke rief am Mittwoch dazu auf, den Coronahotspot Arbeitsplatz für drei Wochen dichtzumachen:

Die bundesweite Ausgangssperre ist da. Aber die Gefahr lauert drinnen. Aerosolforscher:innen haben mit Blick auf das bundesweite Infektionsschutzgesetz eindeutig und ausdrücklich gesagt: Coronainfektionen sind vor allem ein Innenraumproblem. Draußen hingegen finden kaum Infektionen statt. Wieso sollen wir dann abends eingesperrt werden, nur um uns morgens wieder in die Öffis zu quetschen und zur Arbeit zu fahren? (...)

Diese Pandemie ist erst vorbei, wenn sie für alle vorbei ist. Der Schutz der Patente ist ein Pandemietreiber und hat nichts mit der Bekämpfung von Corona zu tun, sondern nur mit der Garantie von Konzernprofiten. Bei der Ausgangssperre ist es ähnlich: Die Ansteckungsgefahr lauert drinnen, und uns wird verboten rauszugehen. Dabei müssten wir eigentlich so viel und so oft draußen sein wie möglich.

Alle nicht systemrelevanten Unternehmen müssen jetzt schließen! Wir brauchen drei Wochen bezahlten Urlaub. Wir wollen draußen spazieren gehen und in den Parks sitzen – und zwar zu jeder Uhrzeit und mit der gebotenen Vorsicht, wenn wir andere Menschen treffen. Denn diese Krise bringt uns alle an unsere Belastungsgrenzen, und wir brauchen eine Pause.

Aber wir wissen natürlich auch, dass es draußen nicht ungefährlich ist. Auch wenn Aerosole unter freiem Himmel nicht das Problem sind, gibt es immer noch die Tröpfcheninfektion. Deshalb verhalten wir uns auch draußen verantwortungsbewusst. (…)

Der Deutsche Koordinationskreis Palästina–Israel protestierte am Mittwoch gegen die Vertreibung von palästinensischen Familien aus Sheikh Jarrah (Scheich Dscharrah), einem Stadtteil von Ostjerusalem:

Die Mitgliedsgruppen des Koordinationskreises Palästina–Israel (KoPI) verurteilen die bevorstehende Zwangsräumung und Vertreibung von palästinensischen Familien im Sheikh-Jarrah-Viertel in Jerusalem durch Israel. (...)

Die betroffenen Familien wurden 1948 vertrieben und suchten in der Folge Schutz in Jerusalem. Jordanien, unter dessen Verwaltung Ostjerusalem zu dieser Zeit stand, vereinbarte mit dem Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) 1956 den Bau der Häuser, in denen die Familien bis heute leben. Dies wurde zunächst auch durch Israel anerkannt, bereits 1972 lehnte ein israelisches Gericht die Räumung der Familien ab. Siedlerorganisationen behaupten, im Einklang mit der israelischen Regierung, dass das Land vor 1948 Juden gehört habe. So soll der gewollte Prozess der Judaisierung (so der offizielle israelische Sprachgebrauch) Jerusalems weitergetrieben werden.

Michael Lynk, UN-Sonderberichterstatter über die Lage der Menschenrechte in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten, sagt dazu: »Die jüngsten Räumungsbefehle würden, wenn sie ausgeführt werden, auf eine Verletzung des Verbots der gewaltsamen Verbringung der geschützten Bevölkerung nach Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention durch die Besatzungsmacht Israel hinauslaufen«. (...)

Deshalb rufen wir die internationale Gemeinschaft, die Europäische Union und die deutsche Regierung auf, ihre Verantwortung für die Wahrung der Vierten Genfer Konvention zu übernehmen und die völkerrechtswidrigen Vertreibungen in Sheikh Jarrah zu stoppen. Sie müssen sicherstellen, dass Israel seine völkerrechtlichen Verpflichtungen vollständig einhält, auch in Ostjerusalem.

https://www.jungewelt.de/artikel/401027.il-coronahotspot-arbeitsplatz-für-drei-wochen-dichtmachen.html