28.02.2020 / Inland

»AKK« muss vor U-Ausschuss zu Missbrauchsverdacht im Saarland

Saarbrücken. Die CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wird am morgigen Freitag im Saarland vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zu mutmaßlichen Missbrauchsfällen an der Uniklinik Homburg angehört. »AKK« ist als Zeugin geladen, weil sie damals Wissenschaftsministerin war. Im Fokus steht laut Beweisbeschluss unter anderem die Frage, wann Kramp-Karrenbauer von den Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie erfahren hat. Ende Juni 2019 war bekanntgeworden, dass ein 2016 gestorbener Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie von 2010 bis 2014 mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht haben soll. Die Eltern der insgesamt 34 möglicherweise betroffenen Kinder waren erst im vergangenen Sommer informiert worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals wegen der Verdachtsfälle ermittelt, das Verfahren aber nach dem Tod des Arztes eingestellt.

Der Landtag setzte einen Untersuchungsausschuss ein. Seit September 2019 ermittelt er, wie die zum jeweiligen Zeitpunkt beteiligten Stellen mit Verdachtsmomenten und Anhaltspunkten umgegangen sind. Er soll auch klären, warum die Klinikleitung die Eltern nicht informierte, nachdem sie den Arzt 2014 entlassen hatte. Kramp-Karrenbauer war von August 2011 bis Februar 2018 Ministerpräsidentin des Saarlandes, von 2012 an war sie auch zuständig für das Ressort Wissenschaft. (dpa/jW)

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