16.01.2020 / Kapital & Arbeit

USA und China raufen sich zusammen

Washington. Fast zwei Jahre nach Beginn des Handelskriegs haben die USA und China ein erstes Abkommen zur Beilegung des Konflikts besiegelt. US-Präsident Donald Trump und Chinas Vizepremier Liu He unterschrieben das inhaltlich auf bestimmte Themen begrenzte Papier am Mittwoch im Weißen Haus. Die US-Regierung betrachtet den Vertrag als erste Phase eines umfassenden Handelsabkommens.

Trump nannte den Abschluss »historisch«. Mit dem Deal werde die kommerzielle Kooperation der größten Volkswirtschaften fairer und intensiver. »Es ist ein transformatives Abkommen, dass beiden Ländern enorme Vorteile bringen wird«, so Trump. An der festlichen Zeremonie im Weißen Haus nahmen auch zahlreiche Führungskräfte großer US-Unternehmen sowie Senatoren und Abgeordnete teil. US-Vizepräsident Mike Pence sprach vom »Beginn eines neuen Kapitels unserer Handelsbeziehungen«.

Chinas Präsident Xi Jinping, der nicht persönlich anwesend war, ließ in einem Grußwort erklären: »Der Abschluss ist gut für China, für die Vereinigten Staaten und die ganze Welt.« Sein Land sei bereit, die Zusammenarbeit mit den USA auf der Basis gegenseitigen Respekts weiter zu vertiefen, erklärte er einer Übersetzung zufolge weiter. Der erbitterte Handelskrieg der beiden Staaten hatte zuletzt die weltweite Konjunktur belastet und das Wirtschaftswachstum in beiden Ländern gebremst. Mit dem Teilabkommen wollen beide Seiten nun unter anderem zusagen, keine neuen Sonderzölle mehr zu verhängen.

Die seit 2018 verhängten Abgaben, auch »Strafzölle« genannt, bleiben aber im Wesentlichen zunächst bestehen. Experten sehen in dem Abkommen deshalb eher einen Waffenstillstand als einen umfassenden Friedensvertrag. (dpa/jW)

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