14.03.2019 / Medien / Seite 15

Nichts Neues bei Politmagazinen

Weiter schlechte Einzelverkaufszahlen von Spiegel, Stern und Focus

Keine Wende bei früheren Printstars in Sicht. Der Abwärtstrend beim Verkauf von Stern, Spiegel und Focus an Kiosken, Tankstellen oder in Supermärkten scheint sich verstetigt zu haben. Dies wurde in einem Beitrag des Hamburger Onlineportals Meedia am Dienstag bekräftigt. Auch in der Woche 7/2019 ist den Zahlen zufolge weit und breit keine Wende in Sicht. Insgesamt hätten die drei schon stark ramponierten »Flaggschiffe« nur 325.686 Exemplare dort verkauft.

Dies sei »eine Zahl, die Der Spiegel im Jahr 2012 des öfteren noch allein erreicht hat«, wie Meedia-Autor Jens Schröder anmerkte. Das seit der Affäre um den Redakteur und Reporter Claas Relotius, dem zahlreiche Fälschungen in seinen Beiträgen nachgewiesen worden waren, zusätzlich angeschlagenen Magazin, verkaufte Angaben der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.) zufolge noch 157.999 Hefte über den Ladentresen. Laut Meedia sei das der schwächste Einzelverkauf seit vier Wochen gewesen, als das Magazin mit 153.270 Exemplaren ein neues Allzeittief hinnehmen musste.

Das derzeitige »Normalniveau« beim Spiegel-Absatz an Kiosken und im sonstigen Einzelhandel belaufe sich in den zurückliegenden zwölf Monaten auf 179.200 Verkäufe pro Heftausgabe. Erstaunlich scheint dann stets, dass die insgesamt verkaufte Auflage, also inklusive Abos, Lesezirkeln, Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen immerhin noch bei 701.997 Exemplaren liegen soll. Mit eingerechnet sind hier laut IVW 90.911 sogenannte E-Paper bzw. Spiegel-Plus-Kunden.

Auf ähnlichem Niveau müht sich der Stern im Einzelverkauf. Mit dem Titelthema »Wenn Opa Hilfe braucht« lockte das von Gruner und Jahr herausgegebene Wochenblatt 120.308 Abnehmer – ohne die Abonnenten usw. Die Illustrierte habe damit ebenfalls ihre Durchschnittszahlen der jüngsten zwölf Monate (139.400) und auch der jüngsten drei Monate (123.500) verfehlt. Auch hier sieht der »Gesamtverkauf« allerdings immer noch deutlich besser aus. Laut IVW lag der bei 477.671 Exemplaren, inklusive 21.438 E-Paper.

Deutlich schwächer als die beiden Hamburger Titel kommt Focus daher. Vom in München herausgegebenen Magazin gingen in der siebten Woche 47.379 Hefte über den Ladentisch. Titelstory war »So kommt Ihr Geld sicher durch die Krise – die 22 wichtigsten Strategien für Ihr Vermögen«. Auch das Produkt aus dem Hause Burda verfehlte laut Meedia den Durchschnitt der jüngsten zwölf Monate (58.100) deutlich. Insgesamt sollen der IVW zufolge 358.145 Exemplare der Ausgabe verkauft worden sein, 42.891 davon als E-Paper. (jW)

https://www.jungewelt.de/artikel/350976.keine-trendwende-in-sicht-nichts-neues-bei-politmagazinen.html