01.09.2018 / Abgeschrieben / Seite 8

Widerstand gegen Kriegsproduktion

Das Bündnis »Rheinmetall entwaffnen« teilte am Freitag in einer Pressemitteilung mit:

Heute in den frühen Morgenstunden gab es einen spontanen Fahrradausflug von Teilnehmern des »Rheinmetall entwaffnen«-Camps. Vom Bahnhof am Ortseingang in Unterlüß ging es fast eine Stunde lang bis zum Gelände von »Rheinmetall Waffe Munition«. Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen setzen, gegen die Produktion von Waffen durch Rheinmetall in Unterlüß.
Einige Frühaufsteher waren im Schneckentempo über 45 Minuten lang auf der Müdener Straße unterwegs und kamen beim Verteilen von Einladungen und Flyern mit Anwohnern und vielen Pendlern in Kontakt. Im Gegenverkehr wurde teilweise freudig zurückgewinkt. Durch Plakate wie »Gegen Panzer, aber nicht gegen Arbeiter«, ein Transparent »Rheinmetall entwaffnen, Fluchtursachen bekämpfen« und bunte Fahnen wurde schon früh morgens auf die hiesige Produktion von Kriegswaffen hingewiesen. Rheinmetalls Waffen und Munition bringen Tod und Zerstörung in Kriegs- und Krisenländer auf der ganzen Welt!

(…) In den kommenden Tagen geht es weiter mit Aktionen: Zum internationalen Antikriegstag werden wir ab 10 Uhr in der Ortsmitte sein und mit den Anwohnern in Kontakt kommen. Geplant sind Informationen und Musik. Am Nachmittag geht es weiter zu einer Gedenkveranstaltung um 15 Uhr im KZ-Außenlager Altensothrieth. Dieses findet bisher noch gar keine Beachtung und Aufarbeitung durch den Rheinmetall-Konzern, der dort im Zweiten Weltkrieg jüdische Zwangsarbeiter ausgebeutet hat. Am Sonntag um 13 Uhr ist am Bahnhof eine große Demonstration unter dem Motto »Rheinmetall entwaffnen – Krieg beginnt hier« geplant, zu der über 70 verschiedene Organisationen aus verschiedenen Spektren aufrufen.

Der DGB Berlin-Brandenburg erklärte am Freitag:

Zum Antikriegstag am 1. September erinnern die Gewerkschaften an das Grauen der beiden Weltkriege und den Überfall Nazideutschlands auf Polen im Jahr 1939. Angesichts von aktuell 30 Kriegen und des Erstarkens von Nationalismus sei das Eintreten der Gewerkschaften für Frieden, Demokratie und Freiheit wichtiger denn je, heißt es in der diesjährigen Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Antikriegstag. »Der Antikriegstag mahnt uns, überall gegen Nationalismus, Hass und Menschenfeindlichkeit aufzustehen«, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Zahlreiche Bündnisse in Berlin und Brandenburg engagierten sich unter Beteiligung der Gewerkschaften gegen fremdenfeindliche Aktivitäten.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern die deutsche Bundesregierung dazu auf, mit ihren EU-Partnern eine gemeinsame europäische Strategie der friedenssichernden Konflikt- und Krisenprävention zu erarbeiten. Auch sollen Rüstungsexporte strenger kontrolliert werden. »Ein neues Wettrüsten löst keine Probleme«, sagt Hoßbach. »Über 68 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, meist vor Kriegen.« Die Wurzeln bewaffneter Konflikte müssten angepackt werden: »Die Globalisierung muss fair gestaltet und der weltweite Reichtum gerecht verteilt werden«, fordert der DGB-Bezirksvorsitzende.

https://www.jungewelt.de/artikel/339010.widerstand-gegen-kriegsproduktion.html