20.01.2018 / Geschichte / Seite 15

Anno ... 4. Woche

1788, 26. Januar: Die ersten elf Schiffe zur Besiedlung Australiens erreichen die Bucht von Sydney. An Bord befinden sich rund 1.000 Männer und Frauen, darunter etwa 750 Strafgefangene. In der Folge wird dort die erste britische Sträflingskolonie in Australien errichtet. Die Ankunft der Schiffe wird heute als »Australia Day« gefeiert.

1793, 23. Januar: Preußen und Russland schließen einen Vertrag über die zweite Teilung Polens. Nach der ersten Teilung von 1772 verliert das Königreich damit erneut mehr als die Hälfte seines Staatsgebietes an die Nachbarmächte. Preußen erhält Danzig, Thorn, »Großpolen« und Teile Masowiens. Das russische Territorium erweitert sich um Weißrussland sowie große Teile Litauens und der Ukraine.

1913, 23. Januar: Im Osmanischen Reich kommt es zu einem Militärputsch der Jungtürken unter der Führung von Enver Pascha. Dieser bildet fortan als Kriegsminister, zusammen mit Innenminister Talât Pascha und Marineminister Cemal Pascha, das bis 1918 mit diktatorischen Mitteln regierende »jungtürkische Triumvirat«.

1918, 27. Januar: Nach der Unabhängigkeit Finnlands von Russland am 6. Dezember 1917 beginnt in dem skandinavischen Land ein bis zum 5. Mai andauernder Bürgerkrieg. Während die Sozialisten im Süden zunächst siegen, behauptet sich die bürgerliche Reaktion im Norden. Mit Hilfe deutscher Truppen gelingt es den »Weißen« letztlich jedoch, die Revolution niederzuschlagen.

1918, 28. Januar: In Russland wird durch einen Beschluss des Rates der Volkskommissare die Rote Armee unter der Führung Leo Trotzkis gegründet. Die bewaffnete Arbeitermiliz der Bolschewiki, die Roten Garden, gehen im Frühjahr 1918 in der neuen Armee auf. Zunächst ist die Rote Armee eine Freiwilligenarmee ohne Dienstgrade und Rangabzeichen. Diese Regelung wird jedoch zur Steigerung der militärischen Effizienz alsbald wieder aufgehoben.

1993, 23. Januar: Bei einer »Lichtermeer« genannten Demonstration ziehen 200.000 bis 300.000 Menschen mit Kerzen und Fackeln durch die Wiener Innenstadt. Es handelt sich damit um die größte Kundgebung in der Geschichte der Zweiten Republik. Sie richtet sich gegen ein Volksbegehren der FPÖ unter dem Titel »Österreich zuerst«. Mit der Initiative will die rechtspopulistische Partei unter ihrem Obmann Jörg Haider einen Immigrationsstopp sowie eine Verfassungsbestimmung mit der Formulierung durchsetzen, Österreich sei »kein Einwanderungsland«.

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