22.02.2009 / 0

Auf die Bohnen kommt es an

Peter Steiniger

In Santa Cruz del Norte, im Nordosten der Provinz Havanna gelegen, besuche ich die Kooperative CSS José Castellanos. Knapp hundert Mitglieder haben sich in ihr zusammengeschlossen. Der Kontrast zur nahen Hauptstadt könnte kaum größer sein. Hier fährt der Bürgermeister mit der Pferdekutsche vor. Neben dem Verwaltungsgebäude mit herausgeputzter Plaza Martiana, einem kleinen Ehrenhain für José Marti, hier in Kombination  mit den »fünf Helden« und einer Miniatur-Moncada, wird fleißig an neuen Lagerhäusern gebaut.

Die Genossenschaft ist beteiligt an einem Programm für lokale landwirtschaftliche Innovation. Neben der Fleisch- und Milcherzeugung für 30.000 Menschen im Distrikt hat man sich ganz besonders der Bohnenfrage angenommen. Während die meisten Bauern kaum mehr als drei, vier Sorten kennen, werden hier auf Versuchsfeldern 58 Arten gezogen, um Resistenzen, Ertrag und die Anpassung an verschiedene Umweltbedingungen wie Trockenheit und Überschwemmungen.

Damit soll besseres Saatgut gewonnen werden, um die Campesinos in die Lage zu versetzen, auf ihren Feldern die jeweils geeignetsten Sorten anzubauen. Der Erfolg aller hier unternommenen Mühen hängt auch davon ab, ob es gelingt, die Mittel für eine Pumpe zur Bewässerung zusammenzubekommen. Damit könnte endlich auch das Flüßchen, das sich hinter einem Abhang neben den Ackerreihen schlängelt, dazu genutzt werden.

Mehr über die Begegnungen in Santa Cruz del Norte, die Kooperative und ihre Ziele erfahren Sie demnächst in einer Reportage in junge Welt.

https://www.jungewelt.de/blogs/feria2009/301378