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Die nächste Runde
Die Angriffe der USA auf Iran eskalieren erneut zum regionalen Flächenbrand
Nach über einem Monat Ruhe setzen die USA ihre Angriffe auf Iran fort. Bei den jüngsten Schlägen am Dienstag wurden Luftabwehr-, Radar-, Marine- und Kommunikationseinrichtungen getroffen. Teheran antwortete mit Raketen und Drohnen gegen US-amerikanisch genutzte Stützpunkte in Jordanien, Bahrain, Kuwait und im nordirakischen Erbil, wobei die Revolutionsgarden Treffer und Verluste unter US-Soldaten meldeten. Die betroffenen Staaten bestätigten iranische Angriffe, behaupteten jedoch, mehrere Raketen und Drohnen abgefangen zu haben, und meldeten keine Schäden. Auch US-Stellen erklärten, beim Angriff auf den Stützpunkt in Jordanien habe es keine Opfer gegeben. Berichte über iranische Drohnenangriffe auf die zentralen Luftwaffenstützpunkte der Vereinigten Arabischen Emirate in Al-Dhafra und Al-Minhad blieben bisher unbestätigt.
Bei den US-Angriffen wurden Ziele entlang großer Teile der iranischen Golfküste getroffen. Iranische Medien meldeten Explosionen in mehreren Städten, darunter in der Hafenstadt Bandar Abbas, und auf der Insel Keschm. In der Provinz Khuzestan kamen nach Behördenangaben sieben Menschen ums Leben. Ein Angriff richtete sich dabei gegen eine Hochzeitsgesellschaft bei der Stadt Sirik an der Straße von Hormus und tötete mindestens vier Menschen und verletzte Dutzende. Damit hat sich der zunächst begrenzte Schlagabtausch nach dem US-Angriff auf die Insel Larak am Sonntag binnen weniger Tage erneut zu einer neuen regionalen Konfrontation entwickelt. Auch die Lage in Hormus bleibt angespannt. Am Montag wurden zwei Tanker beim Verlassen der Meerenge angegriffen, wobei noch unklar ist, wer hinter den Attacken steckt. Die Eskalation schlägt bereits auf die Märkte durch. Die Ölpreise stiegen am Dienstag um mehr als vier US-Dollar je Barrel auf ein Fünfwochenhoch. Gleichzeitig erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit knapp drei Jahren.
Dass Washington einen langandauernden Krieg anstrebt, wird inzwischen in US-Medien offen diskutiert. Axios beschreibt den ursprünglich auf wenige Wochen angelegten Feldzug als zeitlich unbegrenzten Kampf um den wichtigsten Energieengpass der Welt, ein Eindruck, den das Wall Street Journal teilt. Anstelle eines klaren militärischen Siegs ziele Washington auf dauerhaften wirtschaftlichen Druck auf Iran ab. Damit greifen US-Medien eine Entwicklung auf, die sich seit Monaten abzeichnet: Der Krieg kann in wechselnder Intensität fortgesetzt werden. Reuters zufolge hat die US-amerikanische Seeblockade die iranischen Ölexporte auf einen Bruchteil des Vorkriegsniveaus gedrückt. Strategisch entscheidend ist jedoch die Störung des internationalen Ölhandels durch die Blockade der Meerenge von Hormus.
Diesen Zusammenhang ziehen die US-amerikanischen Berichte nicht. Sie beschreiben den langen Krieg und den Kampf um Hormus, trennen beides aber von den Folgen der von den USA blockierten Ölströme: Iran verliert Einnahmen, China und Indien eine Energiezufuhr, US-Verbündete werden wirtschaftlich ausgeblutet und militarisieren sich zugleich drastisch – während US-Produzenten von höheren Preisen und Rekordexporten profitieren. Ein fortdauernder Krieg wäre damit weniger Ausdruck US-amerikanischen Machtverlusts, sondern der einer langfristig angelegten US‑Strategie. Politisch ist diese rücksichtslose Machtpolitik jedoch schwer zu verkaufen. Um so wichtiger wird ihre propagandistische Begleitung.
So verbreitete US-Präsident Donald Trump am Montag auf »Truth Social« ein KI-generiertes Video eines angeblichen Luftangriffes auf die Insel Kharg und behauptete, die dortige Ölanlage werde gerade »in Stücke gesprengt«. US-Stellen korrigierten kurz darauf, dass kein solcher Angriff stattgefunden hatte. Wenig später meldete Energieminister Chris Wright für Hormus einen Öldurchsatz von 17 Millionen Barrel. Schiffstrackingdaten zeigten dagegen unter den wenigen registrierten Durchfahrten keinen Öltanker.
Das seit langem gepflegte Bild Trumps als unberechenbarer »Madman« kann dabei eine zentrale kommunikative Funktion erfüllen. Die US-Bevölkerung und Verbündete erleben einen offensichtlichen Widerspruch zwischen dem US-Anspruch auf Recht, Ordnung und moralische Überlegenheit und einer aggressiven Außenpolitik, die sehr konsequent eigene Macht- und Wirtschaftsinteressen verfolgt. Wird dieses Realitätsdelta vor allem Trump und seiner angeblichen Unberechenbarkeit zugeschrieben, bleibt der Schaden am US-amerikanischen Staatsnarrativ begrenzt. Das Imperium kann seine Ziele durchsetzen, während die imperiale Brutalität auf eine einzelne, austauschbare Person fixiert wird.
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Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 2. Sept. 2026 um 23:25 UhrDie Formulierung »Das Imperium kann seine Ziele durchsetzen, während die imperiale Brutalität auf eine einzelne, austauschbare Person fixiert wird.« Würde ich so fassen: »Das Imperium WILL seine Ziele durchsetzen, während die imperiale Brutalität auf eine einzelne, austauschbare Person fixiert wird.« Ob »kann« besser ist, wir sich zeigen.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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