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Eishockey

Am Ende die Rechnung

Die Carolina Hurricanes gewinnen die Finalserie gegen Las Vegas mit 4:2 und holen den Stanley Cup

Foto: Candice Ward/FR172212 AP/AP/dpa
Jordan Staal und sein siegreiches Team

Eine Umfrage unter fünf bis zehn Hobbyeishockeyspielern und Profieishockeyfans hatte zu Beginn der NHL-Postseason ergeben, dass im Kampf um den Stanley Cup im Grunde alles passieren kann. So standen plötzlich die Vegas Golden Knights im Finale, die die reguläre Saison noch im Mittelfeld abgeschlossen hatten. »Erwartet das Unerwartete«, orakelte Coach John Tortorella nach dem vierten Spiel der Ligabösewichte gegen die Schwergewichte der Carolina Hurricanes. Absit omen, die Knights unterlagen 4:2 in der Serie. Factum vicit, die Canes sind die Stanley-Cup-Champions 2026. Sie überrumpelten die Golden Knights am Sonntag abend (Ortszeit) in deren Stadion glatt mit 3:0.

Das hat die Eishockeywelt noch nie gesehen! Hurricanes-Kapitän Jordan Staal wurde nach der Begegnung mit der Conn-Smythe-Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet. Mit seinen 37, fast 38 Jahren ist er der älteste Preisträger dieser Kategorie. »Ich bin froh, dass ich dabeigeblieben bin«, erklärte der Stürmer, der bereits 2009 mit den Pittsburgh Penguins einen Cup geholt hatte. In dieser Entscheidungsserie verbuchte Staal sechs Tore – mehr als jeder andere Spieler auf.

Auf der anderen Seite: Der Hockeysohn, der Playoffzauberer, Mitch Marner. Traurig muss er nicht sein. Er erzielte den schnellsten Hattrick in der Geschichte der Stanley-Cup-Finals: drei Tore in 370 Sekunden im dritten Spiel, für einen Sieg der Knights. Insgesamt in der Postseason: 29 Punkte für den 29jährigen, Topscorer. Vegas-Goalie Carter »No means no« Hart avancierte derweil zum ersten Torwart, der in fünf Finalspielen jeweils mehr als vier Gegentore ins Netz ließ, berichtete The Sporting News. Heißt: Die auf Social Media verbreiteten Voodoorituale der Fans, die Fotos des wegen eines Sexskandals unbeliebten Spielers verbrannten, haben Wirkung gezeigt.

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Im Käfig der Canes wurde unterdessen auch Geschichte geschrieben: Eingewechselt für Carolina in Game drei, wurde Brandon Bussi im darauffolgenden Spiel der erste ungedraftete Goalie, der in einem Stanley-Cup-Finale gestartet ist. Mit Erfolg, denn dieses spezifische Aufeinandertreffen fiel zugunsten des Teams aus Raleigh aus. Das entscheidende Match sechs am Sonntag beendete der Goalie dann noch mit einem Shutout, stoppte also alle 22 Schüsse auf sein Tor.

Das hat die Eishockeywelt seit 82 Jahren nicht gesehen! Die Hurricanes haben eine der Finalbegegnungen, nämlich die zweite, gewonnen, nachdem sie bis zehn Minuten vor Schluss mehrere Treffer zurücklagen. Doch dann trafen binnen sechs Minuten zunächst Logan Stankoven, dann Mark Jankowski, schließlich der 37 Jahre alte Mann, Jordan Staal. Das war zuletzt den Montréal Canadiens gelungen, und zwar 1944, wie ESPN Insights vermeldete.

Außerdem lange nicht gesehen, nämlich seit 43 Jahren, und wieder die Hurricanes: Sie sind die erste Mannschaftseit 1983, die das Finale mit nur einer Niederlage erreicht hatte, wusste Sportradar. Zur Erinnerung: Bevor sie auf die Knights trafen, hatte das Team die Ottawa Senators zu null in den Urlaub geschickt, dann die Philadelphia Flyers zu null abserviert, und schließlich nur eine Niederlage gegen die Canadiens kassiert. Wer nicht mitgezählt hat: Das sind zwölf gewonnene und nur eine verlorene Partie.

Zur jüngeren Geschichte. Das hat die Eishockeywelt seit drei Jahren nicht gesehen: ein Stanley-Cup-Finale ohne die Edmonton Oilers und ein Finale mit den Golden Knights. 2023 hatte das meistgehasste Team der Liga den Cup ergattert. Kein zweites Mal, dafür haben die Hurricanes nun vorerst gesorgt. »Leider hat es einfach nicht gereicht«, lieferte Vegas-Verteidiger Brayden McNabb nach der Pleite die adäquate Analyse, warum seine Mannschaft letztendlich nichts mehr gegen die Stanley-Cup-Gewinner zu melden hatte.

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Erschienen am 15.06.2026, Sport

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