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Aus: Ausgabe vom 30.11.2022, Seite 16 / Sport
Fußball-WM

Schönes Hin und Her

Tunesien macht einen Punkt, Dänemark weiß, wo das Tor steht. Die Gruppe D im Prophetendiskurs
Von René Hamann
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Im Loyalitätskonflikt: Mary von Dänemark

Mittwoch, 16 Uhr, Tunesien – Frankreich

Mittwoch, 16 Uhr, Australien – Dänemark

Juhu, allmählich geht die Crunch­time los! Für Frankreich ist das alles nicht so wichtig, die sind nämlich als erste ins Achtelfinale gehüpft und können sich live auf dem Rasen in Ruhe angucken, wie die wankelmütigen Tunesier – mal gut gegen die Dänen, mal mau gegen die Aussis – sich abmühen, gleichzeitig hinten abzusichern und vorne die französische Abwehr zu fordern. Heikles Unterfangen. Was meiner Kristallkugel nach aufgrund des Laisser-faires der Franzosen, die sich innerlich schon auf die zweite Turnierhälfte vorbereiten, für einiges Tohuwabohu sorgen wird. Trainer Deschamps wirft die Rotationsmaschine an, vielleicht darf sogar mal Thuram vom Start weg spielen und Mbappé sich auf Wichtigeres vorbereiten, bis es plötzlich 1:2 steht kurz vor Schluss und er die Blamage abwenden soll. Denn: Sicher ausgeschieden sind die bislang torlosen Tunesier noch nicht. Es braucht aber einen Sieg, während Australien nicht gewinnen darf, und bei einem Sieg der Dänen müsste Tunesien auch noch das bessere Torverhältnis haben. Rechne, rechne ... Nützt am Ende alles eh nichts, weil Frankreich nicht verlieren wird, das gehört sich schließlich nicht für einen Weltmeister. Also, ein Punkt ist vielleicht drin für Tunesien, mehr nicht.

Der Showdown der Gruppe findet sowieso im Parallelspiel statt, zwischen den Dänen und den Australiern. Die einen hatten das Pech, einen sehr gut aufgelegten Weltmeister zu treffen, die anderen das Glück, gegen Tunesien ein Tor gemacht zu haben. Aufregend! Australien hat die besseren Voraussetzungen, die brauchen nur einen Punkt. Werden sie also vom Anpfiff an alles auf die Null setzen? Wird nicht funktionieren, denn die Dänen wissen im Prinzip, wo das Tor steht. Auch wenn Superstar Christian Eriksen derzeit zwar solide spielt, aber er ist nicht der Ausnahmespieler, der er sein könnte. Brisant: Das dänische Volk spielt gegen die eigene Prinzessin! Denn, wie die Bunte meldet: »In Dänemark geht es in großen Schritten auf die Adventszeit zu. Königin Margrethe (82) bastelt schon fleißig ihre traditionellen Papierkobolde, und Kopenhagen erstrahlt mehr und mehr in vorweihnachtlichem Glanz. Für Mary (50) und Frederik von Dänemark (54) ist die Vorfreude auf die Feiertage in diesem Jahr ohne Zweifel ganz besonders groß. Denn wie der dänische Hof nun bestätigte, reist das Kronprinzenpaar im Dezember und über Heiligabend in die Heimat der 50jährigen.« Und was ist die Heimat der 50jährigen Prinzessin? Richtig, Australien!

Advent, Advent! Australien hat schon einmal in einer Vorrunde einen Favoriten rausgekegelt – oder jedenfalls beinahe, Italien war das. Und beim vergangenen WM-Turnier gab es ein Unentschieden – im einzigen Spiel, das die so miteinander verbandelten Nationen jemals gegeneinander ausgetragen haben. Mary oder Frederik? Die Papierkobolde sagen voraus: Ein Paar auf jeder Seite, ein schönes Hin und Her, am Ende schaffen die Australier den Ausgleich zum 2:2, und Dänemark ist draußen. Wohlan!

Tunesien – Frankreich 2:2

Australien – Dänemark 2:2

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