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Aus: Ausgabe vom 17.11.2022, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Antideutsche Märchen

Die Anstalt | Di., 22.15 Uhr, ZDF
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Wurzel allen Übels? 1898 besuchte Kaiser Wilhelm II. Jerusalem (Foto) und Damaskus, wo er sich am Grab des Sultans Saladin zum »Freund aller Muslime« erklärte

Die Kabarettsendung »Die Anstalt« war einmal ein Glanzlicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wie tief ihr Niveau seit der »Zeitenwende« gesunken ist, stach am Dienstag um so deutlicher heraus, wenn man vorher das »Heute-Journal« angeschaltet hatte. Die Art und Weise, wie dort über den Einschlag einer Rakete auf polnischem Territorium berichtet wurde, vermittelte den Eindruck, als ob soeben der dritte Weltkrieg begonnen hätte. Vor diesem ernsten Hintergrund wirkte die »Anstalt« seltsam fern der Realität. Es ging um die Proteste im Iran, die Haltung der BRD gegenüber der Islamischen Republik und allgemein die Rolle, die Deutschland bei der Entstehung des Islamismus spielte. Dabei wurde suggeriert, dass die Feindschaft des Ajatollah Khomeini gegenüber Israel ihren Ursprung letztlich im Plan des Kaisers Wilhelm II. hatte, die Muslime in den Kolonialgebieten seiner Widersacher zum »wilden Aufstand« anzustacheln. Die Aufklärer von einst wollen ihr Publikum mit antideutschen Märchen für dumm verkaufen. (jt)

zdf.de/comedy/die-anstalt

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Christopher K. aus Minden (17. November 2022 um 15:52 Uhr)
    Ein/e Autor/in jt (ein Kürzel, das weder im Impressum noch sonst wo erläutert wird) schreibt: »Es ging um die Proteste im Iran, die Haltung der BRD gegenüber der Islamischen Republik und allgemein die Rolle, die Deutschland bei der Entstehung des Islamismus spielte. Dabei wurde suggeriert, dass die Feindschaft des Ajatollah Khomeini gegenüber Israel ihren Ursprung letztlich im Plan des Kaisers Wilhelm II. hatte, die Muslime in den Kolonialgebieten seiner Widersacher zum ›wilden Aufstand‹ anzustacheln. Die Aufklärer von einst wollen ihr Publikum mit antideutschen Märchen für dumm verkaufen.« Aus dem Faktencheck der Sendung finde ich als Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Islam/dschihad.html und zitiere daraus: »Dschihad, ›made in Germany‹ – Wie Max von Oppenheim versuchte, den ›Heiligen Krieg‹ für die Ziele des deutschen Imperialismus einzuspannen; Von Wolfgang G. Schwanitz* (…) * Der Beitrag wurde veröffentlicht in der jungen Welt vom 30. März 2004« Eine kurze Internetrecherche ergibt: www.jungewelt.de/artikel/44039.dschihad-made-in-germany.html Vielleicht sollte man jt mal darauf hinweisen …

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