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Aus: Ausgabe vom 04.11.2022, Seite 2 / Ausland
Gestürzter Ministerpräsident

Anschlag auf Imran Khan

Pakistan: Früherer Premier wird bei Protestmarsch angeschossen
Von Satyajeet Malik
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Unmittelbar reagiert: Unterstützer des Expremiers blockieren nach dem Attentat eine Straße (Karachi, 3.11.2022)

Der frühere pakistanische Premierminister Imran Khan ist am Donnerstag bei einem Protestmarsch in der Provinz Punjab am Bein angeschossen worden. Rettungskräften zufolge wurde bei dem Angriff auch eine Person durch Schüsse getötet, sieben Menschen wurden verletzt. Eine anschließende Panik in der Menge habe zu weiteren Verletzten geführt.

Laut örtlichen Medien geschah der Vorfall, während Khan auf einer Kundgebung eine Rede hielt. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und ist Berichten zufolge außer Lebensgefahr. Khans Unterstützer sprachen von einem »Attentat«. Fawad Chaudhry, ein Sprecher von Khans Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI), sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: »Es war eindeutig ein Attentatsversuch. Khan wurde getroffen, aber seine Lage ist stabil.« Der pakistanische Präsident Arif Alvi bezeichnete im Kurznachrichtendienst Twitter den Anschlag als »abscheulichen Attentatsversuch«.

Nach neuesten Berichten könnte es sich um zwei Angreifer gehandelt haben, von denen einer eine Pistole und einer ein automatisches Gewehr trug. Einer der Bewaffneten feuerte sechs Schüsse auf den Lkw ab, von dem aus Khan gesprochen hatte, berichtete der indische TV-Sender NDTV. In einem Video des pakistanischen Nachrichtensenders Geo News sagte der festgenommene mutmaßliche Schütze, er sei »gekommen, um Imran Khan zu töten, weil er die Menschen in die Irre geführt hat«.

Die Tat ereignete sich nach monatelangen politischen Unruhen im Land, in deren Verlauf Khan im April aus dem Posten des Premierministers verdrängt worden war. Damals hatte Khan die Regierung von US-Präsident Joseph Biden beschuldigt, eine »Verschwörung zum Regimewechsel« gegen ihn geschmiedet zu haben. Er beschuldigte auch das pakistanische Militär, das ein wichtiger politischer Akteur im Land ist, bei seiner Absetzung mit ausländischen Mächten zusammengearbeitet zu haben. Khan behauptete, er sei abgesetzt worden, weil er den USA beim Abzug ihrer Truppen aus dem benachbarten Afghanistan im August 2021 Militärstützpunkte verweigert habe.

In den vergangenen Monaten waren die Anhänger des früheren Premiers regelmäßig auf die Straße gegangen. Seit vergangener Woche Freitag war Khan in einem Protestmarsch durch das Land unterwegs und forderte Neuwahlen.

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