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Aus: Ausgabe vom 06.07.2022, Seite 16 / Sport
Fußball

Spektakel zur rechten Zeit

Am Mittwoch beginnt in Manchester die Fußball-EM der Frauen
Von Jens Walter
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Grün ist die Hoffnung: DFB- Nationalspielerin Lina Magull im brandneuen Trikot aus recyceltem Plastikmüll (7.4.2022)

Über 71.000 Zuschauer fasst das Old Trafford in Manchester. Dort wird an diesem Mittwoch abend vor einer Rekordkulisse die Fußballeuropameisterschaft der Frauen eröffnet. Das 1910 fertiggestellte Stadion, normalerweise Heimspielstätte von Manchester United, in dem auch bereits das Halbfinale der Herren-EM 1996 zwischen Tschechien und Frankreich stattfand, ist ein altehrwürdiger Ort. Von dort aus soll der Frauenfußball mit der EM-Endrunde in England in neue Spektakeldimensionen vorstoßen.

Die bevorstehende Europameisterschaft, das betonte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Interview mit der FAZ am 4.7., bedeute »die riesige Chance, auf einer großen Bühne äußerst attraktiven Sport zu zeigen. Die Aufmerksamkeit auf den Frauenfußball zu lenken und die nächsten Schritte zu machen.« Und Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der DFB-Nationalmannschaften, meint laut dpa: »England investiert sehr viel in den Frauenfußball. Deshalb ist dieses Turnier zur richtigen Zeit in diesem Land.«

Eine neue Dimension hat allein schon das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber England und Österreich in Manchester. Die bisherige Zuschauer­bestmarke bei einem EM-Spiel der Frauen – vom Finale des Turniers von 2013 (41.301 im schwedischen Solna) – wird weit übertroffen und dürfte dennoch nur ein paar Wochen Bestand haben. Denn für das diesjährige Endspiel am 31. Juli in Wembley sind schon jetzt über 87.000 Tickets verkauft.

Insgesamt sind für die 31 EM-Spiele vor dem ersten Anpfiff bereits über 500.000 Eintrittskarten abgesetzt. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren in den Niederlanden waren es nach dem Turnier rund 240.000. Es zeigt sich wachsendes Interesse am Fußball der Frauen, und das schlägt sich auch in der Bezahlung nieder.

So wurde das Preisgeld für die 16 teilnehmenden Teams von der UEFA in diesem Jahr auf 16 Millionen Euro verdoppelt. In den Verbänden wiederum steht die Diskussion über Equal Pay, also die gleiche finanzielle Vergütung von Männer- und Frauennationalteams, auf der Agenda. Es gibt noch viel zu tun.

Vor allem auf dem Rasen soll das Spektakel auf der Insel die vergangenen Turniere in den Schatten stellen. Nicht bloß Voss-Tecklenburg glaubt, »dass es sportlich die engste und qualitativ hochwertigste EM« sein wird. Die Zeiten, in denen es praktisch nur um Platz zwei hinter Rekordeuropameister Deutschland (acht EM-Triumphe) geht, sind längst vorbei.

Diesmal haben mit Spanien, England, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Norwegen und dem deutschen Team gleich acht Mannschaften das Potental für den Titelgewinn. »Das gab es in der Form, zumindest aus meiner sportlichen Perspektive, noch nie«, sagte Voss-Tecklenburg.

Die Bundestrainerin stapelte vor dem ersten Spiel der DFB-Auswahl am Freitag (21 Uhr) gegen den aktuellen EM-Zweiten Dänemark vernünftigerweise tief. Von der Dominanz früherer Jahre war zuletzt auch nicht mehr viel zu sehen. Sowohl bei der vergangenen EM als auch bei der WM schied man im Viertelfinale aus. »Wir wollen das Maximum holen und bis zum Schluss bleiben«, sagte Chatzialexiou dennoch. Wenigstens er zeigte sich optimistisch: »Ich habe für 28 Tage gepackt«, erklärte er und spielte damit auf den Termin des Finales im Londoner Wembley Stadium an.

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