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Aus: Ausgabe vom 12.05.2022, Seite 2 / Ausland
Energie für Westeuropa

Gastransit eingeschränkt

Ukraine kündigt Aussetzung und Umleitung von Lieferungen an
Von Matthias István Köhler
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Russisches Gasfeld auf der sibirischen Halbinsel Jamal (21.5.2019)

Wegen der Kämpfe im Donbass kommt weniger Gas in die EU, unklar sind noch die Gründe. Die Ukraine machte Russland für den Stopp des Gastransits über einen wichtigen Knotenpunkt verantwortlich. Der russische Energieriese Gasprom habe die Lieferungen über die Schlüsselroute Sochraniwka »gestoppt«, teilte der ukrainische Gasnetzbetreiber GTSOU am Mittwoch mit.

Am Vortag hatte GTSOU der russischen Armee noch eine Einmischung in technische Prozesse vorgeworfen und die Aussetzung des Gastransits über Sochraniwka angekündigt. Vorübergehend würden alle für den Transit nach Westeuropa bestimmten Gaslieferungen aus Russland zum russischen Knotenpunkt Sudscha umgeleitet, hieß es. Laut von GTSOU veröffentlichten Daten sank die Gasmenge über die Sochraniwka-Route am Mittwoch morgen auf null.

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete unter Berufung auf Gasprom, die Leitung durch die Ukraine stehe am Mittwoch bei 72 Millionen Kubikmetern. Am Vortag waren es demnach noch 95,8 Millionen Kubikmeter. Am Dienstag hatte Gasprom mit Blick auf die Vorwürfe der Ukraine erklärt, es lägen keine »Umstände höherer Gewalt« vor. Eine Umleitung der gesamten für den Transit durch die Ukraine bestimmten Gasmenge sei zudem unmöglich.

Unterdessen hat der US-Kongress hat am Dienstag abend den ersten Schritt zur Freigabe von fast 40 Milliarden US-Dollar (38 Milliarden Euro) zur Unterstützung der Ukraine getan. Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses stimmten für das Gesetz, nun muss es noch vom Senat verabschiedet werden. US-Präsident Joseph Biden hatte um 33 Milliarden gebeten. Etwa die Hälfte des Geldes geht in den militärischen Bereich. Die US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines erklärte den Kongressabgeordneten am Dienstag, sie sollten sich auf einen langwierigen Krieg in der Ukraine einstellen.

Die Verwaltung der Region Cherson in der Südukraine kündigte derweil an, ein formelles Beitrittsgesuch an Moskau richten zu wollen. Das sagte der Vizechef der Militär- und Zivilverwaltung, Kirill Stremussow, am Mittwoch. Es werde weder eine Volksrepublik noch ein Referendum geben. Man wolle direkt Russlands Präsidenten Wladimir Putin bitten, »das Gebiet Cherson als vollwertiges Subjekt in den Bestand Russlands zu überführen«.

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