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Aus: Ausgabe vom 21.04.2022, Seite 3 / Schwerpunkt
US-Linke und Ukraine

»Desinformation, Lügen und Propaganda«

Black Liberation Movement: Antiimperialistische Perspektive auf Situation in der Ukraine und Rolle der USA
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Nicht ein Tropfen Blut für die kapitalistische Diktatur: Protest gegen die US- und NATO-Aggression im Vorfeld des russischen Einmarsches (5.2.2022)

Das Black Liberation Movement (BLM) hat sich am 7. April an alle Aktivistinnen und Aktivisten gewandt, die sich aus einer antiimperialistischen Perspektive mit der Situation in der Ukraine auseinandersetzen wollen. junge Welt dokumentiert an dieser Stelle einen Auszug aus der BLM-Erklärung, die von 14 afroamerikanischen Organisationen unterzeichnet wurde.

Die anhaltende Krise und der Krieg in der Ukraine drohen die Welt in die Katastrophe einer nuklearen Konfrontation zu stürzen. Desinformation, Lügen und Propaganda der USA und auch anderer westlicher Länder zielen darauf ab, weltweit Millionen von Menschen zu verwirren, um die Rolle der USA in diesem Konflikt zu verdecken und Russland als den Aggressor hinzustellen.

Beispielhaft für diese Manipulation ist die Tatsache, dass die westlichen Medien nicht wahrheitsgemäß über die massive Rolle der USA bei der Vorbereitung des Staatsstreichs in der Ukraine im Jahr 2014 berichtet haben, durch den der demokratisch gewählte Präsident des Landes gestürzt und neonazistische Kräfte, die den Interessen der USA und der EU dienlich waren, Teil der neuen Machtstruktur wurden.

Wir, die Unterzeichnenden der verschiedenen Massenorganisationen und -bewegungen, die in den USA für Gerechtigkeit kämpfen, rufen alle friedliebenden schwarzen, hispanischen und indigenen Gemeinschaften auf, das politische, wirtschaftliche und militärische Eingreifen der USA in der Ukraine und in ganz Europa zu verurteilen und abzulehnen.

Als in den USA lebende Schwarze sind wir ein Volk afrikanischer Abstammung, das innerhalb der US-Grenzen unterdrückt wird. Wir stellen nur 13 Prozent der US-Bevölkerung, aber 40 Prozent der Inhaftierten und sind in unverhältnismäßig hohem Maß Polizeigewalt ausgesetzt.

Die Kräfte der herrschenden Klasse der US-Konzerne und -Eliten, die für das Vorrücken der NATO bis an die 12.500 Meilen lange russische Grenze von Zentralasien bis nach Osteuropa verantwortlich sind, sind dieselben, die unsere Gemeinden seit Jahrhunderten rassistischen, sozialen und politischen Gefahren aussetzen.

Wir schließen uns den Ländern Afrikas, Asiens, der Karibik und Lateinamerikas an, die das Recht aller Nationen auf Souveränität und Sicherheit verteidigen, einschließlich Russlands, das im 20. Jahrhundert mehrmals von den Kräften des Imperialismus und Faschismus überfallen wurde. Das russische Volk verlor Millionen von Menschenleben, als es 1941 Hitlers Naziüberfall auf die UdSSR bekämpfte und den Faschismus im Zweiten Weltkrieg besiegte. Diese Erfahrungen Russlands sind der Grund für die russischen Sicherheitsbedenken gegenüber der NATO-Erweiterung auf die Ukraine und für die Auslösung des Krieges.

Wir rufen alle, die für Gerechtigkeit und Frieden kämpfen, dazu auf, diese Erklärung zu unterzeichnen, mit der die Auflösung der NATO, die Beendigung der US-Unterstützung des Krieges in der Ukraine und die Rücknahme der milliardenschweren Militärhilfe für die Ukraine gefordert werden. Statt mit diesen Mitteln den Krieg in der Ukraine zu verlängern, sollten sie in den USA für eine bessere Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, für erschwinglichen Wohnraum, Bildung, die Tilgung aller Studiendarlehen, für ein Mindesteinkommen und die Befriedigung weiterer sozialer Bedürfnisse verwendet werden.

Übersetzung: Jürgen Heiser

kurzelinks.de/BLM

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Joachim S. aus Berlin (21. April 2022 um 09:18 Uhr)
    Es ist erfrischend zu lesen, mit welcher Klarheit das Black Liberation Movement den Krieg in der Ukraine bewertet. Aus der Ferne scheint man dort wesentlich schärfer sehen zu können als so manch einer, vor dessen Haustür sich das Ganze abspielt. Ob das mit der Brille zu tun hat, die man aufsetzt, um in die Geschichte dieses Konflikts zu blicken? Jedenfalls ist Kurzsichtigkeit offenbar bei so manchem Westeuropäer ein schrecklich chronisches Leiden.

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