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Aus: Ausgabe vom 26.11.2021, Seite 8 / Ansichten

Familienzusammenführung des Tages: CSU-Maskengeschäfte

Von Jan Greve
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Bayerische Familienbande lassen bei Maskenproduzenten die Kassen klingeln

Die Ampel scheint unaufhaltsam, und die Union macht das Beste draus: auf die Neuen draufhauen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Unter Kanzler Laschet wäre die Pandemie sicher übermorgen beendet. Das Problem: Die Realität ist gnadenlos und holt CDU und CSU immer wieder ein.

So ist das auch bei der sogenannten Maskenaffäre, bei der Unionsabgeordnete fette Provisionen dafür kassiert haben, dass sie bei der großangelegten Beschaffung von Atemschutzmasken durch verschiedene Ministerien ihre Kontakte haben spielen lassen. Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung, die am Mittwoch abend veröffentlicht wurden, geben einen neuen Einblick in das Profitmachen mit der Pandemie. Dabei geht es um den Fall der Schweizer Firma Emix. Das Unternehmen habe noch zu Beginn der Coronakrise keine Kontakte zu Gesundheitsministerien hierzulande gehabt, wenig später dann Schutzausrüstung im Wert von mehr als 700 Millionen Euro an die öffentliche Hand verkauft. Möglich machte das Andrea Tandler, Tochter des ehemaligen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler. Die Unternehmerin soll dafür eine Millionenprovision kassiert haben. Fürs Kontakteknüpfen fragte sie dem Bericht zufolge bei den CSU-Europaabgeordneten Monika Hohlmeier, Tochter von Franz Josef Strauß (war der nicht auch in der CSU?), und Verena Mayer, Schwester des Nochstaatssekretärs Stephan Meyer (Überraschung: CSU), an. Heißt es nicht in deren Parteiprogramm: »Vorfahrt für Familien«?

Verena Mayer gibt sich nun reumütig: Dass sie bei Tandler fürs Vermitteln an das Bruderherz eine Provision gefordert habe, sei »eine Dummheit« gewesen und »nichts, worauf ich stolz bin«. Zumal sie letztlich »keinen Cent« bekommen habe. Das wiederum wirkt wahrlich tölpelhaft. Mal sehen, wie das künftig die Profis von der FDP handhaben.

Zeitung gegen Profite mit der Gesundheit

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