75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Freitag, 3. Dezember 2021, Nr. 282
Die junge Welt wird von 2593 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Aus: Ausgabe vom 25.11.2021, Seite 6 / Ausland
Gegen Korruption

Forderung nicht erfüllt

Südkurdische Studierende protestieren weiter
Von Emre Şahin
asdw.jpg
Studierende der Universität Hamdanija (2016)

Nach tagelangen Studierendenprotesten in Südkurdistan hat die Regierung in Hewler (arabisch Erbil) etwas nachgegeben: Am Mittwoch beschloss der Ministerrat der Autonomen Region Kurdistan im Irak eine geringe finanzielle Unterstützung für Studierende. Seit Sonntag demonstrieren diese gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die 2014 erfolgte Abschaffung der Stipendien, berichtete der Sender NRT am Mittwoch. Gründe für die Einstellung waren damals der Krieg gegen die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS), niedrige Ölpreise sowie Streitigkeiten um den Haushalt mit der Zentralregierung in Bagdad.

Heute gilt der IS jedoch als weitgehend besiegt, die Ölpreise sind gestiegen, und auch das Geld aus Bagdad fließt wieder: Seit Juli erhält Hewler monatlich 138 Millionen US-Dollar aus dem irakischen Haushalt. Zudem exportiert die Region 400.000 Barrel Öl pro Tag, das jeden Monat 737 Millionen US-Dollar in die Kassen spült, so ein Bericht des Onlineportals The National.

Ein Umstand, auf den zunächst auch von den Studierenden der Universität von Silemani (Sulaimanija) hingewiesen wurde, bevor sich die Proteste von dort aus auf weitere Städte ausbreiteten. Für sie gab es keinen Grund, die monatliche Unterstützung zwischen 60.000 und 100.000 Dinar (etwa 37 bis 61 Euro) nicht wieder auszuzahlen, die bei monatlichen Ausgaben im Schnitt von 90 bis 134 Euro eine willkommene Unterstützung sind. Dennoch begegneten die Einsatzkräfte den Protesten mit brutaler Gewalt, umstellten Hochschulen und setzten Tränengas ein.

In Videos in sozialen Netzwerken sagten Protestierende deshalb immer wieder, dass das der Grund sei, weshalb man nach Belarus gehe, in Anspielung auf die hohe Zahl an kurdischen Geflüchteten an der polnisch-belarussischen Grenze. Die Korruption und Gewalt der seit Jahrzehnten mit eiserner Hand regierenden Familien Barsani und Talabani treibt Südkurdistan in den Abgrund.

Zeitung für das Recht auf Wohnen

Die junge Welt ist die einzige parteiunabhängige Tageszeitung, die Zeit Ihres Bestehens gegen Krieg und Faschismus angeschrieben hat. Wenn wir nun unseren 75. Geburtstag feiern, dann möchten wir das zusammen mit unseren Leserinnen und Lesern begehen.

Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, hat die junge Welt die 75er-Aktion. Schenken Sie sich, Ihren Lieben und der jW 75 Ausgaben für 75 Euro. Danach endet das Abo automatisch und muss nicht abbestellt werden.

Mehr aus: Ausland