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Angenehm demütig

Von Marek Lantz
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Schau Mama, Alex denkt ich bin Messi: Magdeburgs Jason Ceka (l.) feiert sein Tor zum 1:0 gegen Verl (7.11.2021)

In der fußballerischen Drittklassigkeit spricht nach dem Wochenende inzwischen einiges für einen ungefährdeten Durchmarsch des 1. FC Magdeburg. Obwohl Trainer Christian Titz gegen den SC Verl seine Abwehr völlig neu formieren musste, gewann der 1. FCM am Sonntag vor 15.000 Zuschauern souverän mit 2:0 und untermauerte damit seine Tabellenführung. Bereits sieben Zähler liegt man nun vor dem Relegationsplatz, zum ersten Nichtaufstiegsrang sind es sogar acht Punkte. Dribbler Jason Ceka, im Sommer aus der Reserve des FC Schalke 04 geholt, brachte die Magdeburger Mitte der ersten Hälfte mit dem Führungstreffer in die Spur, ehe der eingewechselte Jan-Luca Schuler nach der Pause den 2:0-Endstand nachlegte. Matchwinner Ceka, dessen Spielweise von seinem diesmal verletzt fehlenden Teamkollegen Alexander Bittroff im TV-Interview etwas ungelenk mit der eines gewissen Lionel Messi verglichen wurde, zeigte sich hinterher angenehm demütig. »Das kann ich nicht ernst nehmen«, kommentierte er Bittroffs Vergleich. Sein Coach Titz hatte derweil vor allem für die neu bestellte Defensive Lob: »Wie wir über 90 Minuten verteidigt haben, war sehr gut«, fand er.

Ausgewählt harsche Worte fand hingegen Saarbrückens Uwe Koschinat gegenüber seiner Mannschaft. Der 1. FCS verlor eine Woche nach der Pleite gegen Waldhof Mannheim nun auch das zweite Südwestderby: 0:2 hieß es am Ende gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach dem Abpfiff tat Koschinat das, was in solchen Fällen bei der beleidigten Fanseele am besten ankommt: Er beschimpfte seine Spieler. »Das war keine gute Leistung. Ich schäme mich dafür. Wir müssen analysieren, warum wir eine souveräne Saison mit zwei Spielen komplett kaputtmachen«, grollte er in bester Stehkurvenmanier. Vom dritten Platz ist der 1. FCS damit binnen einer Woche auf den 9. Rang zurückgefallen – angesichts der geringen Abstände hinter Ligaprimus Magdeburg in der Tabelle jedoch kein wirkliches Drama. Seherische Fähigkeiten offenbarte hingegen sein FCK-Pendant Marco Antwerpen, der schon vor der Partie versichert hatte: »In Derbys machen wir immer richtig gute Spiele«.

Die Mannschaft der Stunde ist jedoch der SV Meppen. Das 1:0 bei der BVB-Zweiten war der dritte Sieg in Folge und ließ die als krasser Underdog in die Saison gegangenen Emsländer bis auf den dritten Tabellenplatz klettern. Lukas Krüger traf schon früh entscheidend in einer Partie, über die sein Mitspieler Markus Ballmert befand: »Es hat sich wie ein Heimspiel angefühlt«. Knapp 1.700 Meppen-Fans hatten den Weg nach Dortmund auf sich genommen und störten sich kein bisschen daran, dass das Spiel auf dem Parkplatz unmittelbar neben dem Westfalenstadion ausgetragen wurde.

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