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Aus: Ausgabe vom 13.10.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Düstere Männer

Der Chef | Mo., 20.15 Uhr, Arte
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Kein Freund der vielen Worte: Edouard (Alan Delon)

Zwei Jahre nach »Vier im roten Kreis« folgt 1972 »Der Chef« (»Un Flic«). Es ist die letzte gemeinsame Arbeit von Regisseur Jean-Pierre Melville und seinem Star Alain Delon. Düstere, blaustichige Bilder, schweigsame Männer mit finsteren Motiven. Der Frost früher Morgenstunden liegt in der Luft. Gelacht wird nicht, worüber auch? Das Leben als Krimineller ist eine todernste Angelegenheit, seine elegante Inszenierung nicht zuletzt in diesem Thriller Melvilles eine Frage der Detailarbeit.

Eine Bank wird überfallen, ein Gangster schwer verletzt. Zu riskant für Nachtklubbesitzer Simon (Richard Crenna) – er lässt ihn töten. Delon hat hier die Seiten gewechselt, er spielt den ermittelnden Kommissar Edouard. Doch was heißt hier Wechsel, die Unterschiede, so es sie überhaupt gibt zwischen Gesetzeshütern und Unterwelt, sind Melvilles Sache nur insofern, als er sie zu verwischen wünscht. Jäger und Gejagter ähneln einander in ihrer Brutalität. Und sie kennen und mögen sich: Darin liegt die Melancholie in der Fallhöhe dieses letzten Films Melvilles. Er stirbt am 2. August 1973. (msa)

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