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Aus: Ausgabe vom 11.10.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Millionenbeträge für extrem Rechte

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Pressekonferenz der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (März 2019)

Die Otto-Brenner-Stiftung veröffentlichte am Sonntag eine Studie über die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung und erklärte dazu:

(…) Mit dem Wiedereinzug der Alternative für Deutschland (AfD) in den Deutschen Bundestag nach der Wahl am 26. September könnte mit ihrer parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) erstmals von seiten des Staates eine Stiftung gefördert werden, die dem extrem rechten politischen Spektrum nahesteht. Eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung (OBS) zeigt, dass die DES ein zentraler Baustein für Versuche der Neuen Rechten werden könnte, in Deutschland Hegemonie im vorpolitischen Raum zu erlangen. Die investigative Recherche, die in Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation »Frag den Staat« entstanden ist, kommt zu dem Ergebnis, dass entscheidende Akteur*innen der Stiftung teilweise seit Jahrzehnten in der Neuen Rechten gut vernetzt und organisiert sind. Sie spielen dort in Organisationen, bei Veranstaltungen und mit Veröffentlichungen eine wichtige Rolle. Akteur*innen der DES sind immer wieder mit völkisch-nationalistischen, geschichtsrevisionistischen, rassistischen und antisemitischen Positionen aufgefallen. (…)

www.otto-brenner-stiftung.de/des

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen veröffentlichte am vergangenen Donnerstag einen Report darüber, dass reiche Länder 870 Millionen überschüssige Dosen Coronaimpfstoff horten und teilte dazu mit:

(…) Die internationale Hilfsorganisation fordert die Staaten auf, diese Dosen so schnell wie möglich an ärmere Länder abzugeben. Dadurch könnten schätzungsweise eine Million Todesfälle bis Mitte 2022 verhindert werden. »Es ist unerträglich, dass in einer andauernden Pandemie manche Länder Millionen Dosen zuviel einkaufen und Impfstoffe teilweise sogar verfallen lassen, während andere noch nicht einmal Hochrisikogruppen und das gesamte Gesundheitspersonal schützen können«, sagt Impfstoffexpertin Elisabeth Massute.

Der Report bezieht sich auf die Menge an Impfstoffen, die bis Ende dieses Jahres an die Länder geliefert und in diesem Zeitraum dort nicht gebraucht wird. Demnach gehört Deutschland mit 80.950.000 Dosen zu den drei Ländern mit dem größten Überschuss, nach den USA (490.233.000) und Großbritannien (96.952.000). Dahinter folgen Frankreich (75.406.000) und Kanada (62.317.000). 60 Prozent der Menschen in reicheren Ländern haben bis heute mindestens eine Dosis erhalten, aber weniger als drei Prozent in ärmeren Ländern. In Deutschland sind bereits 65 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Ein beträchtlicher Teil der überschüssigen Impfstoffe läuft mittelfristig ab. Die Europäische Union und die G7-Staaten allein könnten auf diese Weise 241 Millionen Dosen Impfstoffe verschwenden. In der Berechnung sind die Drittimpfungen für Hochrisikogruppen und die bisher versprochenen begrenzten Impfstoffabgaben an ärmere Länder bereits berücksichtigt. (…) Ärzte ohne Grenzen fordert daher die reichen Länder auf, die jetzt überschüssigen Dosen sofort und weit vor ihrem Ablaufdatum an ärmere Länder abzugeben. Bisher ist dies erst für Ende 2021 oder in 2022 geplant. (…)

https://msfaccess.org/covid-19-vaccine-redistribution-save-lives-now

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