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Aus: Ausgabe vom 04.08.2021, Seite 4 / Inland
Coronapandemie in der BRD

Mehr Impfangebote für Jüngere geplant

Schutz vor Corona: Debatte um ausbleibende Stiko-Empfehlung hält an
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Gegen die vierte Coronawelle soll jetzt eine noch breitere Impfung der Bevölkerung helfen

Angesichts endender Schulferien sollen vermehrt Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden. Dazu verteidigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Pläne von Bund und Ländern, auch in Impfzentren flächendeckend Impfungen für 12- bis 17jährige anzubieten. In Arztpraxen ist dies bereits möglich. Es gehe um ein leichter verfügbares Angebot, weil genügend Impfstoff da sei, sagte Spahn am Dienstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Die Debatte um diese Pläne hält derweil weiter an. Mehrere Ärztevertreter protestierten gegen die Beschlüsse, ohne dass die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher allgemein zu Impfungen von Kindern rät. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, warnte vor Verunsicherung. Ihm sei schleierhaft, weshalb eine entsprechende Impfempfehlung der Stiko zunächst nicht abgewartet werden kann, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagausgaben). Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, bezeichnete gegenüber den Sendern RTL/N-TV das, »was die Politik jetzt macht«, als »Wahlkampfgetöse«. Ihm zufolge sei die Stiko damit in Nöte gebracht worden. Spahn dementierte dies. »Es geht ausdrücklich nicht darum, Druck zu machen, den machen wir auch nicht.« Der Beschluss von Bund und Länder sei »durchaus im Einklang mit der Stiko«, so der Minister. Es seien auch schon mehr als 900.000 Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren mindestens einmal geimpft worden, dies entspreche etwa 20 Prozent in der Altersgruppe.

Die Kommission empfiehlt Impfungen bei Kindern vorerst nur bei höherem Risiko für schwere Coronaverläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind laut Stiko aber mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Impfstoffe der Hersteller Biontech und Moderna sind ab zwölf Jahren zugelassen. Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, befürwortete dagegen eine Coronaimpfung für Kinder ab zwölf Jahren. Der »individuelle Nutzen für ein Kind« sei laut Grünewald »deutlich größer als der Schaden oder die Probleme, die eine Impfung anrichten kann«, sagte er der Leipziger Volkszeitung (Dienstagausgabe). Grundlage seien neue Daten aus Ländern wie den USA oder Israel, wo seit langem auch ab zwölf Jahren geimpft wird.

Mehrere Bundesländer bereiten nach eigenen Angaben Impfangebote für diese Kinder vor, teils laufen sie auch schon. In Nordrhein-Westfalen gebe es sie bereits seit rund zwei Wochen in Praxen und Impfzentren, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag im WDR. Hessen will künftig in allen Impfzentren Immunisierungen für zwölf- bis 17jährige anbieten. In einigen können sich Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe bereits kostenlos impfen lassen, erklärte die Landesregierung. In Thüringen gab es in Impfzentren bereits sogenannte Familienimpftage. »Das wollen wir wiederholen«, sagte eine Ministeriumssprecherin. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben), die Städte stünden bereit, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren Impfungen zu ermöglichen. Sowohl Zentren als auch mobile Teams könnten das. (dpa/jW)

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  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart ( 5. August 2021 um 14:50 Uhr)
    Nicht nur den Erwachsenen, auch den Kindern wurde vorsätzlich furchtbar viel Angst gemacht. Angst vor »der Krankheit«, die sie gar nicht betrifft, Angst aber auch angesichts der ihnen aufgebürdeten »Verantwortung«, die die Bundesregierung als manipulatives Element erfunden hat und als Höllenszenario medial verbreiten ließ. Die Ständige Impfkommission (Stiko) verfolgt den Verlauf der »Pandemie« und den Erkenntnisstand genau, danach richten sich ihre Empfehlungen. Die derzeitige Datenlage lasse weder den Schluss zu, dass eine Impfung für die eigene Gesundheit der Kinder notwendig, noch dass sie aus epidemiologischen Gründen ohne Alternative sei. Wissenschaftlich spreche derzeit nichts dafür, Zwölf- bis 17jährige, die nicht anderweitig gesundheitlich vorbelastet seien, zu impfen. Vor allem sei nicht geklärt, ob für Jüngere die möglichen Nebenwirkungen nicht höher zu bewerten seien als der Nutzen der Impfung. Notzulassung hat für Kinder ab zwölf Jahre bislang allerdings nur der Biontech-Impfstoff, für Folgeschäden übernimmt der Hersteller jedoch keine Haftung!
  • Leserbrief von Peter Groß aus Bodenseekreis ( 4. August 2021 um 19:52 Uhr)
    »Doktor, mach mich nicht tot« – das ließen Niederländer sich vor dem Arztbesuch auf T-Shirts drucken. Der Grund waren die enorme Zunahme »teurer« Eingriffe und damit verbundener Sterbefälle. In Deutschland denke ich an Hüfte, Knie, Herz/Kreislauf und nicht zuletzt an die Zunahme der Kaiserschnitte, weil so Profite optimiert werden. Für Beatmungspatienten schlägt die Krankenhausleitung Purzelbäume. Es gab leise kritische Töne zur Beatmungspraxis bei Covid-19. Vieles drang nie ans Licht der Öffentlichkeit. Bei Kindern ging der Umsatz von Ritalin durch die Decke. Die »Zappelphilipp«- Diagnosen aller Medien waren hilfreich, bis Medien wegen des Suchtpotentials Bedenken formulierten. Es gab nach meiner Kenntnis nur eine Propagandaschlacht mit größerem Umfang zugunsten des Impfens, und die fand im »III. Reich« statt. Bei soviel Werbung, die noch dazu aus öffentlichen Haushalten finanziert, mit völlig unkritischer Begleitmusik öffentlich-rechtlicher Medien flankiert wird, werde ich nachdenklich. Besonders wenn Politiker auf Angstwellen surfen, drohen und beginnen, repressiv zu handeln. Ich bin weder »Querdenker« noch Impfgegner, habe aber großes Vertrauen in meine langjährige Hausärztin, die »ihr Essen selbst bezahlt« und sich nicht von Pharmavertretern »belohnen« lässt. Angesichts des politischen Drucks auf die Stiko oder unabhängige Wissenschaftler haben wir die Fassungslosigkeit gemeinsam, besonders weil Kinderimpfen in die Hausarztpraxis gehört. Man kennt dort die Patientenakte. Noch kennt niemand die Impffolgen. Es gibt keine Studien über die Wirkstoffdosierung. Dass in der Schule oder auf dem Marktplatz vernünftige Anamnesen möglich oder gewünscht sind, muss stark bezweifelt werden. Der Entdecker von Biontech/Pfizer war binnen kurzer Zeit siebenfacher Milliardär (Privatvermögen nach Forbes). Es ist höchste Zeit, dass Wissenschaftler ohne Angst und politischen Druck arbeiten dürfen, für solidarisches Handeln, weltweite Chancengleichheit, Meinungsvielfalt und andere Impfstoffe.
  • Leserbrief von Michael Klein aus Herold ( 4. August 2021 um 09:52 Uhr)
    Wer wird für mögliche Impfschäden aufkommen? Vielen Jugendlichen sind die Risiken einer Impfung nicht klar. Pharmaindustrie und Staat werden sich mit Händen und Füßen wehren, für Impfschäden aufzukommen. Die Stiko hat das Problem anscheinend erkannt und lässt sich nicht ins Boot holen.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Carsten H. aus 18209 Bad Doberan ( 3. August 2021 um 22:22 Uhr)
    Um es gleich vorweg zu erwähnen, ich bin vollständig gegen Corona geimpft, also kein »sogenannter Impfgegner« und trotzdem habe ich ein schlechtes Gefühl beim Impfen gehabt, warum? Man bedenke, dieser Impfstoff, von welcher Firma auch immer, hat »nur eine vorläufige Zulassung«, ist also nicht zu Ende getestet. Bei vergleichbarer Produkteinführung von neuen Medikamenten ist es so, dass bei ca. fünf Todesopfern in dieser Testphase das neue Produkt vom Hersteller alleine schon vom Markt genommen wird, weil die Chancen auf endgültige vollständige Zulassung quasi unmöglich geworden sind und es sich aus Marketing-Gesichtspunkten auch nicht mehr verkaufen lässt. Obwohl bei allen in Anwendung gekommenen Impfstoffen gegen Corona Todesopfer zu beklagen sind, wird aufgrund des politischen Drucks und des der jeweiligen Pharmahersteller fleißig weiter geimpft. Ich habe mich impfen lassen, weil ich aufgrund meines Alters in absehbarer Zeit ohnehin mich aus biologischen Gründen von dieser Welt verabschieden werde. Das jüngere Leute, die zudem noch eine Familie gründen wollen, beim Impfen zurückhaltender agieren, ist für mich nachvollziehbar. Das unter diesen aus medizinischer Sicht begründeten Bedenken jetzt aber politischer Druck auf die Eltern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren gemacht wird, dass diese Personengruppe geimpft werden sollen, ist nicht nur sehr bedenklich, sondern auch moralisch mehr als Zweifelhaft. Ebenso eine Politikum ist die immer noch nicht erfolgte Zulassung des russischen Impfstoff »Sputnik V«. Man muss davon ausgehen, dass wegen der politische »Hasswelle« auf Russland und China deren Impfstoffe nicht in der EU eine Zulassung erhalten werden, weil auch die Parteiensponsoren von seiten der Pharmaindustrie hinter verschlossenen Türen enormen Druck auf die Politiker ausüben. Man denke noch an die »schwarzen Koffer«, die bei der CDU zum Markenzeichen wurden.

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