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Aus: Ausgabe vom 26.07.2021, Seite 4 / Inland
Internationalismus

Faust hoch für Kuba

30 Jahre Cuba Sí: »Fiesta de Solidaridad« in Berlin in kleinem Rahmen gefeiert
Von Michael Merz
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Miriam Näther von Cuba Si moderierte »Fiesta de Solidaridad«

Pandemiebedingt konnte die alljährliche »Fiesta de Solidaridad« auch in diesem Sommer nicht in der weitläufigen Parkaue im Berliner Bezirk Lichtenberg veranstaltet werden. Doch in Zeiten eskalierender westlicher Provokationen in Richtung Kuba musste ein Zeichen gesetzt werden. Und es gab einen weiteren Grund, die Fiesta im Vorfeld des kubanischen Nationalfeiertags am 26. Juli nicht einfach ausfallen zu lassen: Die Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí in der Partei Die Linke hatte ihr 30jähriges Bestehen zu feiern. Ausweichort für das Fest ohne den üblichen Publikumsverkehr war am Sonnabend der Innenhof des ND-Gebäudes in Friedrichshain.

An aktuellen Bezügen zur Kuba-Solidarität mangelt es derzeit wahrlich nicht. Voller Zuversicht wurde von zahlreichen Besuchern der Fiesta eine ganzseitige Anzeige in der New York Times, verbunden mit der Kampagne »Let Cuba live«, aufgenommen. US-Präsident Joseph Biden wird darin von namhaften Wissenschaftlern und Künstlern aufgefordert, seine antikommunistische Politik gegen die Karibikinsel endlich zu beenden und in den bilateralen Beziehungen beider Staaten neue Wege zu gehen. Eine weitere freudig aufgenommene Nachricht: Gerardo Hernández Nordelo, einer der Helden der »Cuban Five«, ist zum zum nationalen Koordinator des Comité de Defensa de la Revolución gewählt worden.

Die kleine Fiesta begann standesgemäß – mit der Hymne der »Bewegung des 26. Juli«, viele Gäste erhoben zur letzten Zeile »Viva la revolución« die Faust. Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Jörg Schindler, fand im Anschluss in seinen Glückwünschen für Cuba Sí deutliche Worte. Die Arbeitsgemeinschaft verkörpere praktizierten Internationalismus und sei gerade in der aktuellen Situation unverzichtbar. »Entscheidend ist: Die Sanktionen müssen weg, sie sind Teil der imperialistischen Politik«, so Schindler. Niemals werde es eine Entsolidarisierung mit der Kubanischen Revolution geben.

Kubas Botschafter in Berlin, Ramón Ripoll Díaz, betonte, dass die sozialistische Insel unbeirrt ihren Weg gehen werde, und äußerte die Hoffnung, dass sich die Beziehungen zwischen Cuba Sí, der Partei Die Linke und Kuba künftig ohne die US-Blockade weiterentwickeln werden. In einer späteren Gesprächsrunde ging Ripoll Díaz auf die Probleme im Land ein, die mit dem weitgehenden Ausfall des Tourismus während der Pandemie zusammenhingen: »Es gibt kein perfektes Land auf dieser Welt, für uns hat die Gesundheit der Bevölkerung höchste Priorität«, sagte er. Contras nutzten die Schwierigkeiten aus, um sie mit vielfältigen Fake News für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Petra Wegener von der Freundschaftsgesellschaft BRD–Kuba ergänzte kämpferisch: »Die Kubanische Revolution darf nicht durch eine ›bunte‹ Revolution zerstört werden!«

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Geburtstagstorte für Cuba Si (Berlin, 24. Juli)

Neben politischen Diskussionen und kulinarischen Genüssen kam auch die Musik nicht zu kurz. Almuth und Douglas Vistel interpretierten auf ­Cello und Klavier bekannte Melodien. Frank Viehweg kehrte dann in den Abendstunden zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und spielte Stücke seines ersten Albums »Der Sture« von 1996, auf dem er Songs der kubanischen Liedermacherlegende Silvio Rodríguez in deutscher Sprache singt.

Hinweis:

In einer früheren Version des Beitrags hieß es, Fernando Gonzalez Llort, einer der »Cuban Five« sei zum neuen Präsidenten des ICAP (Instituto Cubano de Amistad con los Pueblos) gewählt worden. Diese Funktion hat er allerdings bereits seit einigen Jahren inne.

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