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Aus: Ausgabe vom 23.07.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

»Rechtsterror nicht länger verharmlosen«

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Die rassistischen Motive des Täters wurden zu Beginn ausgeblendet: Gedenken an den Münchener Anschlag vom 22.7.2016 (25.7.2016)

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma forderte am Donnerstag anlässlich des fünften Jahrestages des Münchner OEZ-Anschlags, den Kampf gegen den Rechtsterrorismus weiter zu intensivieren:

Vor fünf Jahren ermordete ein rassistischer Attentäter am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen. Obwohl er die Opfer nicht persönlich kannte, wählte er sie gezielt aus, weil sie aus seiner Sicht in seinem rechtsextremen Weltbild keinen Platz hatten.

Der Anschlag von München steht in einer Reihe rechtsterroristischer Mordanschläge, die vom Oktoberfestanschlag 1980, den Morden des NSU, dem Anschlag von Oslo und Utøya 2011 bis zu den Anschlägen von Halle, Christchurch und Hanau reicht. Hunderte Menschen wurden dabei getötet und verletzt, Familien zerstört. Der Zentralrat fordert von der Politik, die Bemühungen im Kampf gegen die Bedrohung des Rechtsterrorismus zu verstärken, dem, wie 2016 in München, auch Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma zum Opfer fallen. Der Rechtsterrorismus darf nicht länger verharmlost werden, die Anschläge nicht länger als die Taten von »Einzeltätern« abgetan werden.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sagte am Donnerstag am Rande des zentralen Gedenkakts für die Opfer von 2016 am Denkmal »Für euch« in München: »Rechtsterroristische Anschläge, wie der Anschlag am Münchner OEZ vor fünf Jahren, zielen mit ihrer Gewalt immer auf den inneren Frieden unserer Gesellschaft. Die Täter wollen die Demokratie destabilisieren und fordern den Rechtsstaat heraus. Aus diesem Grund müssen wir denjenigen, die die Erfahrungen aus der Geschichte leugnen und verharmlosen, auch an den Wahlurnen entschlossen entgegentreten und dürfen die Versuche der Spaltung unserer Gesellschaft niemals tatenlos hinnehmen.« Denjenigen, die den Angriff von 2016 überlebten oder die Angehörige verloren haben, sprach Rose sein Mitgefühl aus: »Für die Überlebenden und die Angehörigen der Ermordeten bedeutet ein solches Ereignis lebenslanges Leid. Auch deshalb dürfen wir die Namen der Opfer niemals vergessen. Wir trauern mit den Angehörigen und erinnern an Selcuk Kilic, Sabine S., Can Leyla, Sevda Dag, Hüseyin Dayicik, Roberto Rafael, Giuliano Kollmann, Armela Segashi, und Dijamant Zabërgja, die am 22. Juli 2016 ermordet wurden, weil sie nicht in das Weltbild des rechtsextremen Attentäters passten.«

Anlässlich der Vorstellung des hessischen Weltraumkoordinators durch die Landesregierung erklärte Tim Dreyer, stellvertretender Pressesprecher der Fraktion Die Linke im Hessischen Landtag:

Jetzt, wo immer mehr Milliardäre Unmengen an Geld und Ressourcen verschwenden, um für ihr Privatvergnügen ins All zu fliegen, könnte sich Die Linke auch den einen oder anderen Minister vorstellen, der auf den Mond geschossen werden sollte. Die Linke begrüßt es daher sehr, dass die Landesregierung mit der Benennung des hessischen Weltraumkoordinators hierfür die strukturellen Voraussetzungen schafft. (…) Ohne Milliardäre, deren Reichtum auf der Ausbeutungsmaschinerie eines weltweit operierenden Versandhändlers beruht, sowie dem einen oder anderen »schwarz-grünen« Minister, wäre die Erde schon heute ein gerechterer Ort.

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