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Aus: Ausgabe vom 19.07.2021, Seite 1 / Titel
Solidarität mit Kuba

Die Revolution verteidigen

Kuba: Massenkundgebungen gegen US-Blockade und ausländische Einmischung. Cyberattacken und Falschmeldungen verurteilt
Von Volker Hermsdorf
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Entschlossen für die Unabhängigkeit Kubas: Mehr als 100.000 Menschen kamen am Sonnabend in Havanna zusammen

Kubas Straßen und Plätze gehörten am Sonnabend der revolutionären Bevölkerung. Allein in Havanna nahmen mehr als 100.000 Menschen an einer Kundgebung in der Nähe der US-Botschaft an der Uferstraße Malecón teil. Größere Demonstrationen fanden auch in ­Santiago de Cuba, Holguín, Sancti Spíritus, Bayamo, Cárdenas und anderen Städten statt. Überall forderten die Demonstranten das Ende der seit 60 Jahren gegen die Insel verhängten US-Blockade und erklärten ihre Entschlossenheit, die Unabhängigkeit des Landes und Errungenschaften der Revolution gegen alle Einmischungs- und Umsturzversuche der USA zu verteidigen.

Auf der Kundgebung in Havanna, an der auch der ehemalige Staatschef Raúl Castro teilnahm, verurteilte der Vorsitzende des Zentralkomitees der KP Kubas, Präsident Miguel Díaz-Canel, eine »aggressive Cyberattacke«, die hauptsächlich vom Territorium der USA aus gegen Kuba gestartet worden war und Medien, Ministerien und Wirtschaftsakteure lahmlegte. »Kuba steht unter dem unablässigen Feuer eines Cyberkrieges, der Cyberterrorismus und Medienterrorismus in seiner aggressivsten Form beinhaltet.« Erst am Sonntag nachmittag waren die Webseiten von Granma, Cubadebate und anderen Informationsportalen wieder erreichbar.

Díaz-Canel bezeichnete die erneuten Cyberattacken als Versuch, die Verteidigung des Landes gegen die anhaltende Fake-News-Kampagne zu sabotieren. Kubanische Medien hatten in den vergangenen Tagen eine wichtige Rolle dabei gespielt, gefälschte Fotos und Meldungen als solche zu enttarnen. Während russische, chinesische und progressive lateinamerikanische Onlineportale bereits am Sonnabend ausführlich über die Großdemonstrationen und den Angriff der Contras auf die Meinungs- und Pressefreiheit in Kuba berichtet hatten, ließen westliche Medien Informationen darüber zunächst komplizenhaft unter den Tisch fallen.

»Schluss mit den Lügen und dem Hass. Aus Hass lässt sich nichts Gutes aufbauen«, sagte der Staatschef abschließend und erklärte, Kuba sei ein Land »der Liebe, des Friedens, der Einheit und der Solidarität«. Der Präsident rief dazu auf, die sozialen Errungenschaften der Revolution zu sichern, und betonte, dass »Kuba allen gehört«. Auch die stellvertretende Vorsitzende des kommunistischen Jugendverbandes UJC, Aylín Álvarez, verurteilte den Hass, mit dem versucht worden sei, die Straßen Kubas in Schauplätze von Gewalt, Zerstörung und Tod zu verwandeln. Gegen die Aggression und die ausländische Einmischung werde die Jugend die Souveränität des Landes verteidigen, kündigte sie an. »Wir sind weder naiv noch Dummköpfe. Es ist nicht glaubhaft, dass jemand Gutes für Kuba will, wenn er gleichzeitig versucht, es zu erdrosseln«, verurteilte sie die US-Blockade.

Unterdessen verdichten sich Hinweise darauf, dass die aktuellen Angriffen auf Kuba aus den USA nicht nur von ultrarechten Contras, sondern auch direkt vom Weißen Haus ausgehen. Entgegen früherer Zusagen verweigert US-Präsident Joseph Biden weiterhin die Rücknahme von 243 zusätzlichen Sanktionen, mit denen sein Vorgänger Donald Trump die Blockade verschärft hatte. Am Donnerstag lehnte Biden es ab, die Beschränkungen für Überweisungen aufzuheben und bezeichnete Kuba als »gescheiterten Staat«, der »seine Bürger unterdrückt«. Solche Erklärungen waren in der Vergangenheit oft die Vorstufe für eine als »humanitäre Hilfsaktion« getarnte Invasion.

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  • Leserbrief von Roland Winkler aus Aue (20. Juli 2021 um 11:32 Uhr)
    Menschenrechtsorganisationen, namhafte Menschenrechtler des Landes sind plötzlich mal wieder zu sehen und hören. Angeblich treibt sie die Sorge um Lebensverhältnisse, Mangel und Armut des Volkes von Kuba so sehr um. Selbst dort, wo sich manche noch links verstehen oder geben, da scheint es anziehend zu sein, dieses Kuba nun endlich in eine der so »erfolgreichen« »bunten« oder »Farbrevolutionen« zu geleiten. Welche Ergebnisse und Folgen das für zahllose Völker schon hatte, das sollten die »Revolutions-begeisterten« sehr gut selbst wissen. Sie sollten wissen, wer und warum seit 60 Jahren ein Embargo mit genau den beklagten Folgen aufrechterhält, das mehrheitlich von der UNO abgelehnt wurde. Warum wird das nicht zum Thema gemacht? Warum wird unterschlagen und vergessen, dass es auch in diesem so schlimmen Kuba genug Menschen gibt, die für ihr Land demonstrieren? Gilt deren Wille und Stimme nicht? Werden die, wie es Praxis ist, einfach abgestempelt, kommunistisch diffamiert, staatsnah, wie wir es kennen, abqualifiziert? Warum darf keine der sozialen Leistungen dieses Landes, Menschenrechte, erwähnt werden, die weltweite Anerkennung seit vielen Jahren besitzen? Das soll dann die »Revolution« beseitigen und wahrscheinlich in Konzernhände geben. Die so sehr besorgten in diesem Lande von Merkel bis Meckel und die Transporteure der »Revolution«, die zeigen keinerlei Sorge, keine menschliche Regung, wenn aus Afrika über die Medien geht, wie massenhaft Menschen, Kinder an Corona sterben gelassen werden. Ja, sterben, unbehandelt bleiben, weil die Merkel und Co. Patente für Impfstoff nicht freigeben, weil Markt vor Mensch geht. In Kuba soll das ganz anders gesehen werden? Was hat die Besorgten der Welt 60 Jahre lang gehindert, rund um das kleine Kuba nur Länder und Völker reinsten Wohlstandes, der Menschenrechte und des Friedens zu schaffen? In Sorge um Kubas Volk und seine Regierung sind jene, die Hoffnung und Sorge seit Jahrzehnten in sich tragen. In Sorge sind jene, die seit vielen Jahrzehnten Solidarität geleistet haben mit dem Volk Kubas, die geholfen haben, wirtschaftliche Probleme zu mildern. In Sorge um Kuba, um seine Politik des Sozialismus, der Menschenrechte und des Friedens, des sozialistischen Internationalismus und der weltweiten Solidarität sind die Menschen und Völker, die nicht zulassen wollen, dass das kubanische Beispiel einer besseren als kapitalistischen Welt ausgelöscht wird und die Insel in unmenschlichen Kapitalismus zurückgeworfen wird. Wir glauben an die kubanischen Menschen, an die heutigen Generationen Kubas, hre Revolution, die verbunden ist mit Fidel Castro und nicht mit den imperialistischen »Revolutionären« der Konterrevolution.
  • Leserbrief von Joel Klink (19. Juli 2021 um 12:08 Uhr)
    Die nicht spanischsprachigen Webauftritte der Granma sind auch heute noch nicht erreichbar. Der Chrome-Browser gibt die Meldung »DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAIN« aus. Anscheinend wird an deutschen Internetknoten das Adresssystem des Internets (Domain Name System, DNS) benutzt, um inländische Besuche dieser Seiten zu verhindern. Zentral geschieht das in Frankfurt am Internetknoten DE-CIX. Das ist so, als ob ein Brief von Kuba nach Deutschland geschickt wird, aber dann wird er am Flughafen Frankfurt am Main direkt geschreddert. Mit dem Tor-Browser und über Proxyserver, die ausländische, davon nicht betroffene Server nutzen, um Webseiten abzurufen, können de.granma.cu oder en.granma.cu nach wie vor aktuell betrachtet werden. Deutschland beteiligt sich also am Angriff gegen Kuba.

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