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Aus: Ausgabe vom 17.07.2021, Seite 2 / Ausland
Präsidentenmord in Haiti

Söldner mit Verbindung in USA

Mutmaßliche Mörder von Haitis Präsidenten geben als Auftraggeber DEA an
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Chef der kolumbianischen Nationalpolizei, Jorge Vargas: Zwei Kolumbianer als Organisatoren des Anschlags auf Haitis Moïse (Bogotá, 15.7.2021)

Im Zuge der Ermittlungen nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse sind vier Mitglieder von dessen Leibgarde festgenommen worden. Unter den Festgenommenen ist der Leiter der Leibgarde, Dimitri Herard, wie der Polizeichef von Haiti, Léon Charles, am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Moïse war in der Nacht zum 7. Juli in seiner Residenz überfallen und erschossen worden. Nach Angaben der Polizei führten 26 kolumbianische Söldner und zwei US-Amerikaner haitianischer Herkunft den Mord aus.

Bei den gemeinsamen Ermittlungen haitianischer und kolumbianischer Behörden wurden zwei Kolumbianer als Organisatoren des Anschlags vor Ort identifiziert, wie der Chef der kolumbianischen Nationalpolizei, Jorge Vargas, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Bogotá sagte. Den Verhören haitianischer Ermittler zufolge hätten sie den übrigen Mitgliedern der Kommandotruppe gesagt, es gehe darum, Moïse festzunehmen und der US-Drogenbehörde DEA zu übergeben. Die DEA hat zwar erklärt, einer der Verdächtigen sei in der Vergangenheit ein Informant der Behörde gewesen, weist jedoch jede Verantwortung von sich.

Zwei US-Bürger, drei Haitianer und 18 Kolumbianer wurden festgenommen, weitere drei Kolumbianer getötet. Eine »kleine Anzahl« der Festgenommenen habe in der Vergangenheit als aktive Mitglieder der kolumbianischen Streitkräfte an Trainings- und Bildungsprogrammen des US-Militärs teilgenommen, teilte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums auf Anfrage der dpa mit. Darüber hatte die Washington Post berichtet.

Christian Emmanuel Sanon, laut Polizei einer der Drahtzieher, wird vorgeworfen, die Söldner über eine private Sicherheitsfirma mit Sitz in den USA angeheuert zu haben. Sie gehört Antonio Intriago, einem Unterstützer des rechten venezolanischen Oppositionspolitikers Juan Guaidó.

Nach dem Anschlag hatte die haitianische Regierung an die USA und die UNO appelliert, zur »Stabilisierung« des Landes Truppen zu entsenden. US-Präsident Joseph Biden sagte jedoch am Donnerstag während einer Pressekonferenz im Weißen Haus, ein US-Militäreinsatz in Haiti stehe »in diesem Moment« nicht auf seiner Agenda. Nach Haiti entsandt wurden hingegen Beamte der US-Bundespolizei FBI. Sie beteiligen sich an den Ermittlungen zum Anschlag auf Moïse. (AFP/dpa/jW)

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